Umfassende Ausbildung möglich BBS Melle rüstet ihre Kfz-Abteilung auf

Von Sigrid Sprengelmeyer


Melle. Die BBS Melle hat ihre Kfz-Abteilung auf den neusten Stand der Technik gebracht.

Schulleiter Hermann Krüssel begrüßte zur Eröffnung regionale Kfz-Betriebe, Innungen, Vertreter der Landesschulbehörde und des Kultusministeriums sowie Vertreter der Stadt und des Landkreises: „Mit unserer neuen Kfz-Abteilung decken wir nun drei Schwerpunkte ab.

Mehrere Schwerpunkte

Neben der Pkw- und Nutzfahrzeugtechnik ist die System- und Hochvolttechnik hinzugekommen. Mit Unterstützung des Landkreises konnten wir viele Neuanschaffungen machen. Somit ist die Zusammenarbeit zwischen Betrieb und Schule besser denn je gegeben“, betonte Krüssel. Ein hoch motiviertes Lehrerteam präsentiert das neue Werkstattoutfit und die neuen Hightech-Schulungsgeräte. Hatte früher die Mechanik ein Alleinstellungsmerkmal, so sind heute die Elektronik und die EDV-Informationstechnologie hinzugekommen. So werden einzelne Lernträger im Unterricht eingesetzt, an denen die Auszubildenden Einblicke in Klemmbezeichnungen, Beleuchtungsanlagen und deren Verdrahtung bekommen.

„So sind sieben Steuergeräte für die Beleuchtungsanlage nötig, die alle miteinander vernetzt sind“, verdeutlichtet Thomas Schumann mit Blick auf einen Teilbereich des ersten Lehrjahres. Die Informationstechnologie sorgt zum Beispiel dafür, dass bei einem ausgelösten Airbag sofort die Batterie getrennt wird, damit keine Funken entstehen.

Ausstattung mit Wlan

Besonderes Augenmerk fand bei den Gästen der Lernträger Hochvolttechnik. Anschaulich und über kleine Monitore wurde gezeigt, welche Energien in einem Hybridfahrzeug zusammenwirken. Im Praxisbereich der Kfz-Werkstatt wurden sechs neue Schülerrechner und ein Lehrerrechner installiert. Den Schülern ist es nun möglich, vom Schulungsplatz die in der Werkstatt stehenden Fahrzeuge direkt auszulesen. Die komplette Werkstatt ist mit WLAN ausgestattet, um effektiv arbeiten zu können. „Am großen Demonstrationsmonitor können wir virtuelle Fahrzeuge mit Fehlern ausstatten, und die Schüler können virtuelle Diagnose betreiben“, berichtet Björn Schäfer, der vor 25 Jahren als Berufsschüler in diesem Bereich seine Laufbahn begann und nun als Lehrer zurückgekehrt ist.

Mit unterschiedlichen Steckkarten können verschiedene Aufgaben zu unterschiedlichen Themen von den Schülern in Einzelarbeit am PC bearbeitet werden. Der Betriebsalltag kann vom Schreiben eines Auftrages bis zum Buchen von Ersatzteilen simuliert werden. Dem Schüler wird eine umfassende schulische Ausbildung zuteil. Eine neue Hebebühne ermöglicht es den Schülern, unter anderem ein Fahrzeug zu vermessen, einen fachgerechten Blick unter das Auto zu werfen und eine Diagnostik an einem mobilen Gerät durchzuführen.

Damit die Auszubildenden die Hochvolttechnik nicht nur an den Lernträgern erfahren, wurde ein Toyota Prius angeschafft: „Dieses Fahrzeug wurde komplett umgebaut, und die Spannung um ein Zehnfaches heruntertransferiert, damit die Schüler am Hochvoltsystem gefahrlos arbeiten können“, erzählt Björn Schäfer. Mit dem Umbau der Kfz-Werkstatt hat die BBS einen Bereich geschaffen, der innovativ ist und den Berufsschülern die Möglichkeit gibt, gut vorbereitet in der Praxis das Erfahrene und Erlernte umzusetzen.


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