Vom Meer bis hinauf ins All Musikalische Reise mit Blasorchester bei Solarlux Melle

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Melle. Von den Tiefen des Meeres bis hinauf in die Weiten des Alls: Eine bemerkenswerte musikalische Reise unternahm das Sinfonische Blasorchester Wehdel am Samstag mit den vielen Musikfreunden im Solarlux-Forum. Für den guten Zweck stellten die Musiker um Dirigent Thomas Ratzek ein ebenso hochkarätiges wie unterhaltsames Programm zusammen.

Der Weiterentwicklung des Schullandheims Barkhausen kommt der Erlös des Benefizkonzertes zugute, für das die Ehlerding-Stiftung als Träger nicht nur ein international anerkanntes Orchester, sondern auch einen ebenso renommierten Moderator gewann: Willi Lemke war Sonderberater des UN-Generalsekretärs für Sport und – für Fans noch wichtiger – Manager von Werder Bremen. Lemke bekleidete auch das Amt des Senators für Bildung und Wissenschaft der Freien Hansestadt Bremen. Und bis heute ist ihm die Bildung der Kinder und Jugendlichen ein Anliegen.

Erlebnisreiche Bildung

Gerne unterstützte er deshalb das Benefizkonzert für, so Lemke wörtlich, „eines der schönsten Schullandheime in Deutschland“. Sein ausdrücklicher Dank galt Leiter Ivo Neuber und seinem ganzen Team, das sich in Barkhausen für eine erlebnisreiche Bildung mit Kopf, Herz und Hand einsetzt. Seit 2000 engagiert sich die Ehlerding-Stiftung als Träger für das Schullandheim, das in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag feiert. Ein kurzer Film fasste die lange Geschichte des Hauses zum Auftakt des klangvollen Abends zusammen.

Und auch das Blasorchester Wehdel erwies dem Schullandheim zu seinem denkwürdigen Jubiläum seine Reverenz: Die „Jubilee Overtüre“ bot zwischen sinfonischer Festlichkeit und lebendiger Heiterkeit die passende Eröffnung des Konzertes. Für die Musikfreunde stellte das Orchester in den folgenden Stunden wirkungsvoll seine Vielseitigkeit unter Beweis. Da wechselten mit irischen Akzenten durch Bodhran und Tin Whistle in „At Kitty O’Shea’s“ verträumte musikalische Bilder der „Grünen Insel“ mit tänzerischem Temperament, das selbst vor der Tuba nicht Halt machte.

Anspruchsvolles Werk

Untergründige Bässe, quirlige Akkordeon- und liebliche Querflöten-Soli kontrastierten in den „Highlights from The Seville Suite“, komponiert zur Expo 1992 in Sevilla, mit kämpferisch-prägnanten Rhythmen und fanfarenartigen Trompetenstößen. Der Sprung von Spanien nach Südamerika lag nahe. Und er kam mit Alfred Reeds „Second Suite for Band“. Das Orchester setzte das anspruchsvolle Werk in vier Tanzsätzen mal heiter und spritzig, dann feurig und temperamentvoll auf höchstem musikalischem Niveau um.

Zuvor aber folgten die Musikfreunde den Bläsern hinab in die Tiefen des Meeres: Echolot-Signale drangen durch die gebannte Stille im Solarlux-Forum, mischten sich in erste, verhaltene Bläserklänge, die schließlich an Kraft gewannen und spannungsreich die Filmmelodie zu „Das Boot“ in Szene setzten. Von der Tiefe ging es hinauf zu den Sternen: Berührend erklang das einsame Tin Whistle-Solo in der Musik zur Star-Trek-Episode „The inner light“.

Zugabe mit Humor

Die größten Hits der Popgruppe ABBA beschlossen in einem gelungenen Arrangement für Blasorchester nur den offiziellen Teil des Programms. Denn ein unumstrittenes Highlight hoben sich die Bläser für die Zugabe auf: Lautmalerisch und mit viel musikalischem Humor begaben sie sich in Oscar Navarros „The Fly“ auf die Jagd nach der den ersehnten Schlummer störenden Fliege. Der erlösende Schlag mit der – realen – Fliegenklatsche riss die Zuhörer förmlich aus ihren Stühlen: Mit langanhaltenden Ovationen feierten sie ein mitreißendes und überaus kurzweiliges Konzertvergnügen für den guten Zweck.


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