Und es ward gut – sowieso Einweihungsfeier der neuen Meller Grönenbergschule

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Melle. Dass Popsänger Mark Forster wichtig für die Grönenbergschule war – wer hätte es gedacht. Warum, das erläuterte Rektor Andreas Wegesin bei der offiziellen Einweihungsfeier am Donnerstag und fast alle Redner griffen die Idee auf.

Gut, die neue Schule ist bereits seit neun Monaten in Betrieb und eingeweiht wurde auch nichts, aber der Begriff hat sich nun mal eingebürgert und wird benutzt, auch wenn gar kein Priester nebst Weihwasser anwesend ist.

Derlei Kleinigkeiten sollten der Fröhlichkeit der Feier jedoch keinen Abbruch tun, die im Wesentlichen von den schmissigen Auftritten der Viertklässler und der Geigengruppe ausging. Aber auch die Redner bemühten sich spürbar um einen sommerlich-leichten Vortrag, passend zur Garderobe.

Nachdem die Kinder „Unsere Schule hat keine Segel“ gesungen hatten („... und als Käpt’n steht der Rektor auf dem Deck - Ahoi!“) enterte Käpt‘n Wegesin das Bühnendeck und umriss die Baugeschichte von der ersten gefallenen Dachpfanne 2013 über die Diagnose „Dach und Bausubstanz marode“ bis zum Umzug ins Container-Ausweichquartier an der Jugendherberge und schließlich dem Wiedereinzug in den Neubau. Alles unter dem Motto „Es wird gut – sowieso“.

Das „Sowieso-Mantra“

Mark Forsters Charterfolg von 2016 diente quasi als Mantra; insbesondere natürlich dann, wenn eben der Glaube daran unterwegs mal wieder an Windstille litt und so flocht der Käpt‘n die Zeilen immer wieder in seinen Vortrag ein. Erwähnte auch, dass nach erfolgtem Rückumzug mit 400 Schülern entgegen der Planung noch Nacharbeiten stattfanden und es mithin „nicht so lief wie gewohnt“. Aber am Ende: Ein Schmuckstück! Alles gut – sowieso.

„Etwas Großes“

„Etwas Großes“ sei geschaffen worden, befand auch Bürgermeister Reinhard Scholz, mit Blick auf die mit 12,5 Millionen Euro größte Bauinvestition in der Geschichte der Stadt. Das Gebäude sei wichtig, aber entscheidender noch, „was in den 45 Minuten läuft – sechs oder acht Stunden am Tag“ und da sieht der Verwaltungschef die Schule gut aufgestellt.

Frank Andreas von der Landesschulbehörde lobte die Vielfalt an einer der größten Grundschulen Niedersachsens. Vom Nationenmix bis hin zu Schulprojekten „wird das spürbar gelebt“. Bescheinigte Andreas Wegesin, „ein Mann klarer Worte“ zu sein und kündigte eine „gute“ Unterrichtsversorgung zum neuen Schuljahr an – die sei bereits jetzt gesichert.

Ein Oldtimer mit vier platten Reifen

Dass eine „spannende Zeit“ hinter allen Betroffenen liege, anerkannte auch Ortsbürgermeisterin Gerda Hövel: „Aber all das haben Sie als Gemeinschaft geschafft“, und lobte das offensichtlich „gute Lernumfeld“, das die Darbietungen der Kinder belegten.

Den größten und nachdrücklichsten Applaus allerdings heimste der letzte Redner ein, Elternvertreter Ralf Ronsiek-Niederbröker, der sich vor einigen Jahren anlässlich der Einschulung seiner Tochter unversehens in die eigene Schulzeit zurückversetzt sah. „Hier sah nämlich alles noch so aus wie vor 40 Jahren“, setzte er die Pointe seines büttenreifen Beitrags, der mit viel Gelächter quittiert wurde. Im Folgenden verglich er die Schule vor dem Neubau mit einem Oldtimer, an dem nie etwas gemacht wurde, inklusive vier platter Reifen („aber mit Melle-Kennzeichen!“) und bat Politik und Verwaltung, künftig „keinen Ölwechsel und keinen Inspektionstermin“ mehr zu versäumen. Wünschte „allzeit gute Fahrt“ und verließ beifallumrauscht die Bühne.

Letzter Auftritt Viertklässler: die Schulhymne „Grönenbergsong“. Ende offizieller Teil. Auf zu den Häppchen.


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