Meinungen sehr unterschiedlich Rege Diskussion im Netz über Hotpants an Meller Schule

Von Kirsten Muck

Als Reaktion auf die Berichterstattung über angemessene Bekleidung in der Schule, diskutieren nun User im Netz die Frage, was Mädchen in der Schule tragen sollten. Foto: Matthias Merz/dpaAls Reaktion auf die Berichterstattung über angemessene Bekleidung in der Schule, diskutieren nun User im Netz die Frage, was Mädchen in der Schule tragen sollten. Foto: Matthias Merz/dpa

Melle. Die Diskussion um angemessene Bekleidung in der Schule schlägt in den sozialen Netzwerken Wellen. An der Meller IGS hatte die Schulleiterin die Eltern in einer E-Mail gebeten, auf den Bekleidungsstil ihrer Kinder zu achten. Im Netz wird nun kontrovers debattiert, wie Schülerinnen sich zu kleiden haben. Selbst eine offizielle Schulbekleidung, also Schuluniform, schlagen einige User als Idee zur Lösung des Problems vor.

Das Meinungsbild ist in dieser Diskussion bei Facebook auf noz.de nicht einheitlich. Die Schulleiterin der IGS, Kerstin Lemke, hatte zu kurze Hotpants auf dem Schulhof angeprangert und Eltern und Schülerinnen um mehr Zurückhaltung bezüglich der Kleidung gebeten. Ungefähr die Hälfte der User geben der Schulleiterin Rückendeckung und sprechen sich klar für weniger legere Kleidung aus. Die andere Hälfte meint, dass Schüler tragen sollten, was sie möchten.

„Heuchlerisch“ findet beispielsweise eine Userin die Diskussion. Man könne jungen Menschen doch nicht vorschreiben, was sie tragen sollen. „Absolut lächerlich“ meint ein kritischer Leser. „Wenn das jemand in einen sexualisierten Kontext bringt und sich davon gestört fühlt, dann ist definitiv die Person selbst das Problem.“ Er spricht von „victim blaming“, wenn diejenigen dafür verantwortlich gemacht werden, die „dumm angeglotzt“ werden. „Muss denn in unserer Gesellschaft mittlerweile alles sexualisiert werden?“, fragt eine Userin. Ein weiterer User meint, dass Schüler, die es stört, dies auch einfach sagen sollten. Auf noz.de nimmt ein Leser die Schülerinnern in Schutz. Sie hätten gar nicht die Absicht, ihre männlichen Mitschüler zu provozieren.

Schule bereitet auf die Arbeitswelt vor

Eine einheitliche Schulbekleidung bringen einige Meller ins Spiel. Sie meinen, dass sich dadurch das Problem lösen ließe. „Schule ist keine Freizeit. Es gehört angemessene Kleidung dazu! Besser wären Schulklamotten“, meint ein User. Die Reaktion darauf ist entweder Zustimmung oder beißender Spott.

Dass die Schule schon auf die Arbeitswelt vorbereiten würde und dort oftmals auch Dress Codes eingehalten werden müssten, meinen etliche User. Derartige Vorgaben in puncto Bekleidung einzuhalten, scheint jedoch gar nicht so einfach zu sein. Denn einige Mütter beklagen, dass zurzeit nichts anderes auf den Markt sei als ultrakurze Hosen. Eine Mutter berichtet, sie sei am Mittwoch losgefahren, um eine schultaugliche kurze Hose zu kaufen und habe nichts gefunden. Etliche User erinnern an ihre eigene Kindheit, in der sie natürlich auch in kurzen Hosen zur Schule gegangen sind und sich auch nicht haben vorschreiben lassen, was sie anziehen sollen.


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