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30.05.2018, 17:01 Uhr KOMMENTAR

Verwirrung über angemessene Kleidung an Meller IGS

Kommentar von Kirsten Muck

Zu kurze Röcke wie Miniröcke sind an der IGS in Melle nicht gern gesehen. In den 60er-Jahren wurde der Minirock erst skandalisiert. Heute ist er in fast jedem Frauen-Kleiderschrank zu finden. Foto: Bellinda/dpaZu kurze Röcke wie Miniröcke sind an der IGS in Melle nicht gern gesehen. In den 60er-Jahren wurde der Minirock erst skandalisiert. Heute ist er in fast jedem Frauen-Kleiderschrank zu finden. Foto: Bellinda/dpa

Melle. Wie kurz dürfen Shorts und Röcke sein, wie tief Ausschnitte in T-Shirts? Angemessene Bekleidung ist derzeit ein Thema an der IGS in Melle. Viele Schülerinnen waren bei den heißen Temperaturen in Hotpants zur Schule gekommen. Deshalb wandte sich Schulleiterin Kerstin Lemke in einer E-Mail an die Eltern und bat um angemessene Sommerkleidung. Doch damit ist die Schulleiterin übers Ziel hinausgeschossen, findet unsere Kommentatorin.

Zwar wird nichts so hot gegessen, wie es gekocht wird. Für Verwirrung und Kopfschütteln hat die E-Mail bei Eltern und Schülern dennoch gesorgt. Denn nun fragen sich die Betroffenen, was genau angemessene sommerliche Kleidung ist. Darauf gibt es jedoch keine eindeutige Antwort.

Auf die Frage, ob Schülerinnen aus Rücksicht auf ihre Mitschüler oder Lehrer auf kurze Hosen oder ärmellose T-Shirts verzichten sollten, ist die Antwort jedoch eindeutig: Nein. Niemand möchte zurück in die Zeit, in der Frauen dafür verantwortlich gemacht wurden, wenn Männer ihnen zu sehr auf die Pelle gerückt sind. Die Ausrede, das Mädchen oder die Frau habe sich zu freizügig gegeben, gilt nicht mehr. Nicht im Jahr 2018. Heute wachsen Jungs emanzipiert auf und wissen genau, dass ein kurzer Rock keine Aufforderung zur Anmache darstellt.

Warum wurden die Schülerinnen, die beim Griff in den Kleiderschrank danebengegriffen haben, nicht einfach angesprochen? Das wäre so einfach gewesen.


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