Bald nur noch eine Filiale besetzt Meller Volksbank-Filialen werden SB-Räume

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Melle. Die Volksbank-Filialen in Gesmold, Wellingholzhausen und Neuenkirchen werden ab Ende Juli nur noch als SB-Zweigstellen betrieben.

Melle. „Die Erträge gehen in den Süden“, erläutert Vorstand Klaus Windoffer und meint damit nach unten, „nur die Kosten bleiben stabil.“ Das habe dazu geführt, dass drei der vier Meller Filialen der Volksbank eG Bad Laer-Borgloh-Hilter-Melle inzwischen defizitär betrieben würden, obwohl dort jeweils nur noch eine Kraft tätig ist.

Allerdings auch die nur noch bis zum 27. Juli. Danach bietet die Volksbank in den drei Stadtteilen nur noch einen Selbstbedienungs-Service (SB) an, der Geldautomat und Auszugsdrucker umfasst.

„Immer schwieriger“

Seit 2014 beobachte das Haus die schon zuvor eingesetzte Filial-Entwicklung sehr intensiv, erklärt Vorstandskollege Thomas Ruff in einem Pressegespräch und konstatiert einen jährlichen Rückgang der Kundenfrequenz um zehn Prozent. Dabei entfielen jetzt schon 85 Prozent der Besuche auf den SB-Bereich: „Früher haben wir das noch quersubventionieren können, aber das wird auch immer schwieriger.“

Hausbesuche

Als Ersatz bietet die Genossenschaft den telefonischen Kundenservice täglich von acht bis 19 Uhr an. Dort können 20 Leistungen erledigt werden, am Apparat sind unter anderen auch die vier Bankkaufleute, die in den drei Filialen tätig waren (je eine Kraft plus eine Beraterin für zwei der Filialen). Die Berater fahren nach Terminvereinbarung auch raus und machen quasi Hausbesuche.

Keine Entlassungen

Entlassen werde wegen der Umstellung also niemand, betont Ruff. Einsparungen entstünden vor allem durch verkleinerte Räumlichkeiten und geringere IT-Kosten. Eine personelle Verschlankung der Bank werde erst über die Jahre durch Fluktuation erfolgen.

„Persönliche Beratung durch den bisherigen Ansprechpartner“

Außerdem können Bankgeschäfte per E-Mail, online und im Chat auf der Volksbank-Homepage sowie per WhatsApp erledigt werden. Zukünftig soll eine Video-Beratung hinzukommen. Ruff: „Wir werden Ende 2018, Anfang 2019 entscheiden, welches System wir dazu nutzen.“ Wem das zu viel Elektronik ist: Auf Wunsch stellt die Volksbank Freiumschläge zur Verfügung, damit die gute alte Überweisung von Hand ausgefüllt und per Post geschickt werden kann. „Wir gehen aber davon aus, dass das wenig in Anspruch genommen werden wird“, prognostiziert Ruff, der zudem eine „persönliche Beratung durch den bisherigen Ansprechpartner“ verspricht.

Der „Privatsekretär“ scheibt alles außer Liebesbriefe

Interessant ist das Angebot „VR-Privatsekretär“, der ab 1. Oktober gegen Bezahlung Schriftverkehr aller Art erledigt. Vom Schreiben an das Finanzamt bis hin zur Mitteilung an den Partner, dass es aus ist, soll eine speziell in Korrespondenz-Management geschulte Mitarbeiterin die ganze Bandbreite abdecken. Nur Liebesbriefe müssten die Kunden schon noch selber verfassen, konkretisiert Ruff auf Nachfrage.

Personal wird ab dem 30. Juli nur noch in Melle-Mitte anzutreffen sein. Das hänge auch damit zusammen, dass Beratungen durch Bankenregulierung und Verbraucherschutz-Vorschriften nur noch in den sogenannten Kompetenzzentren zu leisten seien, das erfordere inzwischen spezialisierte Mitarbeiter.


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