Voll der Hammer 550 Kids beim Meller Berufs-Orientierungs-Parcours

Von Michael Hengehold


Finn und Cedric hämmern. Dean hämmert. Auch drinnen saust der Hammer auf und ab. Theoretisch könnten 547 weitere Schüler einsteigen, denn am Dienstag war wieder B.O.P. – Berufs-Orientierungs-Parcours.

Melle. Dazu haben sich 33 Betriebe und Institutionen, die ausbilden, in den BBS eingefunden und geben sich alle Mühe, den Schülern möglichst anschaulich einen Einblick in die Berufe zu geben, in denen sie ausbilden.

Das führt mitunter zwar zu Aktionismus und mithin viel Gehämmere drinnen wie draußen, aber letztlich geht es natürlich darum, die Schüler an den Stand zu locken und für das eigene Gewerbe zu interessieren – notfalls auch mit dem Holzhammer.

Den Hammer schwingen

Oder dem Gummihammer, wie bei Assmann Garten- & Landschaftsgestaltung, wo Finn (15) und Cedric (16) ein kleines Mosaik-Pflaster legen. Wie der Hammer geschwungen wird, erklärt ihnen Julian Thiemann, Auszubildender im zweiten Lehrjahr. Beide Jungs haben Spaß an ihrem Tun und erwägen sogar ein Praktikum in dem Betrieb, was wiederum Chef Jens Assmann freut, der von guter Resonanz an seinem Stand spricht und auch den Infoabend für Eltern am Tag zuvor lobt.

„Wir haben das Konzept umgekrempelt“

Das wird sicherlich Magdalena Antonczyk (Maßarbeit) und Ina Wien-Tiedtke von der städtischen Wirtschaftsförderung freuen, die den B.O.P. organisieren, der die alte Ausbildungsplatzbörse abgelöst hat. „Wir haben das Konzept umgekrempelt“, berichtet Wien-Tiedtke, „es geht nicht mehr um die Darstellung der Firmen, sondern des Berufsbildes.“

Dean hämmert mit

Das kommt an bei den Schülern, die allerorten dieses und jenes ausprobieren können. Sechs Stationen sollen sie absolvieren, erläutert IGS-Schüler Dean (14) – vier Berufe, die man irgendwie schon kennt und zwei, die es zu entdecken gilt. Dean hat draußen bei der Bundeswehr Nieten eingehämmert (kommen in der Luftfahrt zum Einsatz), hat sich die Berufe Maler, Tischler, Polizist vorstellen lassen und will noch bei den Bankkaufleuten und IT-Spezialisten vorbeischauen. Ob er auch bei den Elektroautos war, die vor der Fahrzeugtechnik stehen? Zumindest erfreuen die sich großer Beliebtheit. Vor allem in einem schnittigen VW mit Flügeltüren wollen viele mal sitzen.

Drinnen vermittelt derweil die Heilpädagogische Hilfe Osnabrück neue Sinneserfahrungen (Blindsein, Spiegelmalen), damit die Jugendlichen sich in Menschen einfühlen können, die ihre Umwelt anders wahrnehmen. Und bei Refra-Technik wird – wie sollte es anders sein – gehämmert. Voll der Hammer-Parcours.