FÖJ-Stellen eine feste Einrichtung Arbeit mit Tieren, Garten und Kindern an Lindenschule Buer

Von Norbert Wiegand


Buer. Das „Freiwillige Ökologische Jahr“ (FÖJ) ist seit mehr als 15 Jahren eine feste Einrichtung an der Bueraner Lindenschule. Jedes Jahr kümmern sich wieder zwei neue FÖJler um den kleinen „Tierpark“, den Garten und Kinder der Grund- und Oberschule.

Fünf Meerschweinchen, drei Kaninchen, fünf Gänse, 15 Tauben, sieben Hühner und ein Hahn werden derzeit von Luis Ellermann (18) und Lea Kollar (18) versorgt. „Bald kommen noch zwei Mutterschafe mit ihren Lämmern dazu und ein Huhn scheint fest auf ihren Eiern zu sitzen“, kündigt Lea baldigen Zuwachs im schulischen „Tierpark“ an.

Die beiden jungen Leute füttern die Tiere, haben immer ein wachsames Auge auf deren Gesundheitszustand und misten die Ställe aus. „Den Mist bringen wir auf den Komposthaufen, mit dem wir den Schulgarten düngen“, erklärt Luis. Auch die organischen Küchenabfälle aus dem Hauswirtschaftsunterricht werden dort kompostiert.

Ställe ausmisten

Die Betreuung des Schulgartens, einer Wildblumenwiese und eines kleinen Feldes mit dem Getreide Triticale gehört ebenfalls zu den Aufgaben der FÖJler. Gemeinsam mit den Viertklässlern Lynn (11), Kathy (10), Jonas (10), Zeynep (10) und Dominic (10) begutachtet Luis das Wachstum der Kräuter in der neu angelegten Kräuterspirale. In einer Arbeitsgemeinschaft werden Beete angelegt, es wird gesät, gehackt und geerntet. Bald sind die ersten Erdbeeren reif. Der Garten und die Tiere brauchen auch in den Sommerferien die Pflege von den FÖJlern.

FÖJ als Überbrückungsjahr

Die JÖJler sammeln aber nicht nur Erfahrungen im ökologischen, sondern auch im pädagogischen Bereich. „Manchmal helfen wir den Lehrern im Unterricht“, berichtet Lea. Und die Tiere, der Garten und der Teich spielen auch im regulären Unterricht eine Rolle. „Es wird zwar noch nicht in Mathe mit Meerschweinchen gerechnet, aber in Bio und Sachkunde bietet unser Außenbereich viele praktische Einblicke für die Schulklassen“, ergänzt Luis. Auch für Botengänge und für den Wertmarkenverkauf für den Schulkiosk werden die jungen Leute eingesetzt.

Lea Kollar kommt aus Buer und war selbst Schülerin der Lindenschule. „Nach meinem Fachabitur bekam ich nicht sofort einen Ausbildungsplatz im Bereich der Tierhilfe, deshalb mache ich ein FÖJ als Überbrückungsjahr“, erklärt sie die Hintergründe ihrer Entscheidung. Die ausgesprochene Tierfreundin will beruflich auf jeden Fall etwas mit Tieren machen. „Das FÖJ hier mit den vielen Tieren hat mich in meiner Berufsplanung bestärkt“, zieht sie ein positives Resümee.

Berufsorientierung

Luis Ellermanns Bilanz sieht genau anders aus. Obwohl es auch viele schöne Erfahrungen und Gemeinschaftsaktionen mit den Kindern gab, steht für ihn fest, dass er nicht Lehrer werden will: „Nach meinem Abitur wusste ich noch nicht, welche Berufsrichtung ich einschlagen will – jetzt strebe ich einen Verwaltungsberuf an und bei diesem Klärungsprozess hat mir das FÖJ geholfen.“

„Das FÖJ wird von jungen Leuten gerne zur Berufsorientierung genutzt“, bestätigt der betreuende Lehrer Pascal Kaufmann. Die beiden nächsten FÖJler, die ihre Stellen am 1. August antreten werden, schwanken noch zwischen einem pädagogischen und ökologischen Berufsziel und erhoffen sich durch das FÖJ bei uns mehr Klarheit“, ergänzt er. Kaufmann weist aber darauf hin, dass die Bewerberzahlen rückläufig sind. Er hofft, dass auch im nächsten Jahr noch Interessenten für die FÖJ-Stellen gefunden werden, auf die die Schule gar nicht mehr verzichten will.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN