Denkmal wird am 28. Juni enthüllt Abgelehnte Luther-Skulptur schaut auf Meller Petrikirche

Von Michael Hengehold


Melle. Das Luther-Denkmal, das die evangelische Petrigemeinde als Schenkung nicht annehmen möchte, wird am 28. Juni aufgestellt – mit Blick auf die Kirche.

Melle. „Mit Dank und Bedauern“ habe der Kirchenvorstand der evangelisch-lutherischen Gemeinde St. Petri die Schenkung abgelehnt, bestätigte am Montag die Vorstandsvorsitzende Johanna Schmidtkunz unserer Redaktion. Die vom Künstler gewählte Darstellung entspreche nicht dem Lutherbild, „das wir als Kirchengemeinde haben“, erklärte sie und sprach von „verschiedenen Gründen“, die zur Ablehnung geführt hätten. Unter anderem sei eine „personenzentrierte Darstellung“ nicht erwünscht.

Hinter den Katholiken

Ein Sponsor hatte die Finanzierung der Skulptur übernommen, die Rede ist von rund 50000 Euro. Als Künstler wurde Lothar Maier beauftragt. Ursprünglich hätte das Werk vor der Petrikirche aufgestellt werden sollen; so war es im Vorfeld mit dem ehemaligen Pastor Christoph Stiehl vereinbart worden. Der Auftrag als solcher sei ebenfalls noch unter Stiehl mit Mitgliedern des Kirchenvorstands abgesprochen gewesen.

Nachdem die Kirchengemeinde abgewinkt hatte, hatte die Stadtverwaltung dem Ortsrat den Standort am Klapperhagen vorgeschlagen. Dem hatte das Ortsparlament im Februar zugestimmt. Nun wird das Denkmal an der schmalen Gasse „Klapperhagen“ stehen – quasi hinter der katholischen Matthäuskirche, aber gegenüber von St. Petri mit Blick auf das Kirchenportal. Dort, in einem städtischen Beet, hat der Bauhof der Stadt bereits ein Fundament gegossen, auf das ein Sandstein-Sockel aufgesetzt wird.

Am 28. Juni soll dann die Skulptur darauf präsentiert werden, berichtet der stellvertretende Ortsbürgermeister Reinhardt Wüstehube. Er findet die Darstellung, über die der Öffentlichkeit bislang nichts bekannt wurde, „akzeptabel“ und freue sich schon auf die Diskussionen, „die es sicherlich geben wird“.

Kein Personenabbild

Aus informierten Kreisen ist zu erfahren, dass es sich nicht um eine Darstellung von Luther als Person handelt. Vielmehr habe der Künstler eine symbolische Form gewählt.

Das bestätigt Lothar Maier. Er habe die Symbolik der so genannten Luther-Rose aufgenommen, ein rotes Herz mit weißer Rose drumherum und einem schwarzen Kreuz in der Herzmitte. Mehr mochte der Künstler allerdings noch nicht verraten.