Launiges und knallbuntes Musical Publikum tanzt auf Waldbühne Melle begeistert mit


Melle. Begeistert und laut mitsingend begleitete das Premierenpublikum das Waldbühnen-Ensemble auf seiner Zeitreise in die Siebzigerjahre. Das Musical „Schlager lügen nicht“ sorgte für wahrhaft ausgelassene Stimmung auf den Zuschauerrängen. Am Ende gab es nach zwei Stunden Party noch minutenlang stehende Ovationen bei mehreren Zugaben.

Ohrwürmer aus der Geburtszeit des Farbfernsehers mit Fernbedienung prägten das Musical, das die Bühnenakteure in der Inszenierung von Detlef Schmidt sowohl musikalisch als auch schauspielerisch mit Bravour auf die Bühne brachte. Schon nach kurzer Zeit sprang der Funke auf die Zuschauer über. Ob „Immer wieder Sonntags kommt die Erinnerung“, „Fiesta Mexicana“, „Ich war noch niemals in New York“ oder „Wunder gibt es immer wieder“ - die unvergesslichen Songs haben sich offenbar so tief ins Gehör eingegraben, dass das textsichere Publikum bei den Refrains lauthals einen mächtigen Chor bildete.

Zuschauer mit Schlaghose

Aber nicht nur beim Mitsingen, sondern auch mit ihrem Outfit – von Schlaghosen über Blumenhemden bis zu Glitzerjacken - halfen einige Zuschauergruppen mit, die Siebzigerjahre wieder zum Leben zu erwecken. Zuschauer im passenden „Look“ sind sehr willkommen. Zur perfekten Siebzigerjahre-Stimmung trug vor ausverkauften Haus auch das Bühnenbild von Stephan Leiwe bei.

Die Abfolge der Lieder war so ausgewählt, dass die Texte großenteils zum Verlauf der Geschichte passten: „Er gehört zu mir“ sang Tochter Doro (Sabina Thüte mit buntem Minirock), als ihr Vater Richard Spengler (Stefan Hakemeyer) ihr nicht erlaubte, die gewonnene Reise zur Schlagerparade nach Mallorca gemeinsam mit ihrem Freund Jürgen (Patrik Buch als Motorradfahrer mit Helm und hölzernem Laufrad) anzutreten.

Eviva Espana

So darf ihre lebenslustige Mutter Maria (Judith Röser) mit auf die Reise: „Eviva Espana“. Auf Mallorca treffen sie im Hotel auf den Moderator der Schlagerparade Dieter Thomas Bock (Mario Buletta). Doro und ihrer Mutter wird von der Journalistin Julia (Dagmar Stachorra) und dem Fotografen Berger (Mirco Bäumer) eine Affäre mit Schlagerstar Dieter Kern (Martin Hobelmann) angedichtet.

„Ti Amo“ und „Da da da“

Vater Richard und Doros Freund Jürgen packt die Eifersucht, als sie die Bilder im Boulevard-Blatt „Express“ sehen. Herzzerreißend bringen die beiden Männer den Love-Song „Ti Amo“ als Duett auf die Bühne. Sie fliegen hinterher, stellen ihre Frauen zur Rede und alles wird – weil es ja Schlager ist – schließlich gut. Sogar Dieter Thomas Bock findet noch mit seiner Putzfrau (Gisela Schürmann) zusammen. „Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben“, „Es fährt ein Zug nach Nirgendwo“ und „Da, da, da“ untermalen musikalisch das Happy End.

Eingebettet in die Geschichte gab es diverse Auftritte des Kult-Duos Ulla und Björn, die von Karin Michels und Ralf Tabeling launig mit einem Schuss Ironie dargestellt wurden. Ein besonderer Gag war die Umdichtung von „Das schöne Mädchen auf Seite Eins“ zu „Das schöne Mädchen aus Reihe Eins“. Zu diesem Song legten Dieter Thomas Bock (Mario Buletta) und Dieter Kern (Martin Hobelmann) einen Tanz mit spontan aus der ersten Reihe ausgesuchten jungen Frauen hin.

Kaum zu glauben, wie viele gute und hervorragende Solo-Sänger und -Sängerinnen die Waldbühne in ihren Reihen hat. Zum Finale schwenkte das ganze Publikum rhytmisch die Arme, klatschte, sang mit und forderte vehement Zugaben. Bei „Marmor, Stein und Eisen briiiecht“ hat vermutlich jeder Zuschauer eingestimmt.


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