Leistet Sitzungsunterstützung Die Mellerin Gerda Hövel im Präsidium des Landtags

Von Christoph Franken

Leitete am Mittwoch als Mitglied des Präsidiums die Landtagsitzung mit: Gerda Hövel (rechts) neben Präsidentin Gabriele Andretta und Belit Onay während eines Redebeitrags von Innenminister Boris Pistorius. Foto: Christoph FrankenLeitete am Mittwoch als Mitglied des Präsidiums die Landtagsitzung mit: Gerda Hövel (rechts) neben Präsidentin Gabriele Andretta und Belit Onay während eines Redebeitrags von Innenminister Boris Pistorius. Foto: Christoph Franken

Melle. Für den reibungslosen Ablauf von Plenarsitzungen des Landtags sorgt auch die meller Abgeordnete Gerda Hövel: Sie ist seit Beginn der neuen Legislaturperiode Mitglied des Landtags-Präsidiums.

Hannover/Melle. Nach außen deutlich wird das bei den Sitzungen, wenn sie während der Plenarwochen regelmäßig von ihrem Stuhl in den Reihen der CDU-Fraktion auf das erhöhte Podest an der Stirnwand des Plenarsaals wechselt. Aber als Mitglied des 17-köpfigen Präsidiums wirkt sie auch bei der allgemeinen Verwaltung des Landtages mit, beispielsweise bei Personalentscheidungen, Raumplanungen oder auch Angelegenheiten des Hausrechts und der Hausordnung. „Also alles das, was mit dem Betrieb des Landtags zu tun hat“, fasste sie am Rande der Sitzung am Mittwoch zusammen.

Michael Fürst als Gast

An diesem Tag unterstützte sie gemeinsam mit ihrem Kollegen Belit Onay (Die Grünen) die Landtagspräsidentin Gabriele Andretta. Die hatte gleich zu Beginn an die Gründung des Staates Israel vor 70 Jahren erinnert und dabei die starken und festen „freundschaftlichen Bande“ zwischen Niedersachsen und Israel betont. „Antisemitismus, Hass und Rassismus in jedweder Form werden wir entgegentreten“, betonte die Präsidentin unter lang anhaltendem Beifall aller fünf Fraktionen. An der Sitzung nahm auch der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde in Niedersachsen, Michael Fürst, als Gast teil.

Manchmal auch tumultig

Anschließende Debatten zu unterschiedlichen Themen beschäftigten auch Gerda Hövel an dem Pult: Sie nahm schriftliche Wortmeldungen von Abgeordneten entgegen und ordnete sie in die Rednerliste ein. Zudem überwachte sie gemeinsam mit der Präsidentin die Einhaltung der Redezeit. „Manchmal ist es etwas tumultig, und auch da sind wir auf dem Podest gefragt, um mäßigend auf die Abgeordneten einzuwirken“, berichtete Gerda Hövel.

Sie nimmt die zusätzlichen Aufgaben gerne wahr, obwohl die nicht extra vergütete Funktion mit der irreführenden Bezeichnung „Schriftführerin“ wegen der damit verbundenen Präsidiumssitzungen Mehrarbeit mit sich bringt. Dennoch stellt die Mitgliedschaft im Präsidium eine begehrte Position dar. Die Bedeutung des Amtes wird schon daran sichtbar, dass die Präsidiumsmitglieder vom gesamten Landtag gewählt werden.

Perspektivwechsel

„Die Position erlaubt nicht nur einen hochinteressanten Blick hinter die Kulissen, sondern lässt einen auch in bedeutenden Angelegenheiten des Landtages mitentscheiden“, sagte Gerda Hövel. Reizvoll für sie persönlich sei zudem der damit verbundene Perspektivwechsel. „Man nimmt die Kollegen von da oben ganz anders wahr, und auch das ist spannend.“


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