Mathe-Olympiade mit 36 Schülern Kopfzerbrechen macht in Melle Spaß

Von Conny Rutsch

Frederic aus dem vierten Jahrgang der Grönenbergschule hatte sichtlich Spaß am Lösen der verzwickten Aufgaben. Foto: Conny RutschFrederic aus dem vierten Jahrgang der Grönenbergschule hatte sichtlich Spaß am Lösen der verzwickten Aufgaben. Foto: Conny Rutsch

Melle. Da rauchten die kleinen Köpfe. Mathe-Olympiade war angesagt am Mittwoch frühmorgens in der Grönenbergschule in Melle. Wie zu einer Klausur saßen die Dritt- und Viertklässler durch Pappwände voneinander getrennt in der Mensa und ließen, wie gesagt, ihre Köpfe rauchen.

So manch ein Erwachsener bekäme sicherlich bei der Aufgabenstellung schon einen Schweißausbruch, weil Mathe doch in der eigenen Schulzeit bei vielen durchaus nicht zum Lieblingsfach wurde. Etwa bei dieser Aufgabe: „Julia hat dreistellige Zahlen aufgeschrieben, die jeweils folgende Eigenschaften haben: Erstens: Die Zahl besteht aus drei verschiedenen Ziffern,. Zweitens: Die Zahl ist größer als 350. Drittens: Die Summe der Hunderterziffer und der Einerziffer ist bei der Zahl so groß wie die Zehnerziffer.

„Na, danke schön“

Na, danke schön. Das war eine Aufgabe für die vierte Klasse. (Eine Lösung gibt’s weiter unten im Text).

36 Grundschüler der dritten und vierten Klassen aus der Lindenschule Buer, der Grundschule am Engelgarten, der Sandhorstschule in Bennien, der Grundschule Riemsloh und der Grönenbergschule hatten sich nach zwei Runden der diesjährigen Matheolympiade für diese dritte und letzte Landesrunde qualifiziert.

Die Matheolympiade wird jährlich bundesweit angeboten und verläuft in Niedersachsen in Zusammenarbeit mit der Fakultät für Mathematik und Informatik sowie den Instituten für Mathematik und Numerische und Angewandte Mathematik der Uni Göttingen. Die erreichten Punktzahlen aus der letzten Runde werden zentral gesammelt und daraus die Landessieger ermittelt.

Lauter kluge Köpfchen

So saßen die Kinder, übrigens Mädchen und Jungen in einem ausgeglichenen Verhältnis, vor ihren Aufgabenbögen, bewaffnet mit Bleistift, neben sich Nervennahrung und Getränk und machten sich mit offensichtlichem Spaß über die doch sehr ungewöhnlichen Aufgaben her. Das kleine Einmaleins wäre wahrscheinlich ein Witz für die klugen Köpfchen gewesen. Laut Ausschreibung erfordern die Aufgaben vor allem logisches Denken, Kombinationsfähigkeit und kreativen Umgang mit mathematischen Methoden.

Grübeln ist angesagt

Und auch bei dieser Aufgabe aus dem Drittklässlerbereich dürfte ein Erwachsener durchaus ins Grübeln geraten: „Ein Garten, der aus 16 kleinen quadratischen Feldern besteht, soll in vier Teile zerlegt werden. Alle Teile sollen gleich groß sein und die gleiche Form besitzen. Außerdem sollen in jedem Teil gleich viele Blumen stehen.“

Ehrlich gesagt, wunderten sich hier sogar die Mathelehrerinnen, die die Kinder beaufsichtigten und bei Fragen unterstützten, über den Schwierigkeitsgrad dieser Aufgabe. 90 Minuten rechneten die Kinder hoch konzentriert und hatten doch Spaß. „Ganz toll ist das hier, ich konnte neue Sachen lernen und Kinder aus anderen Schulen kennenlernen“, sagte Jelin aus der 3. Klasse der Grundschule Engelgarten. Während Frederic aus dem vierten Jahrgang der Grönenbergschule seine Aufgaben schon abgeliefert hatte, las sie ihre Zettel zur Kontrolle noch einmal durch.

Lösung der Aufgabe für die vierte Klasse: Insgesamt gibt es 18 Zahlen als Lösung für die gestellte Aufgabe, vier davon sollten die Kinder angeben, wie etwa 352, 561, 682 oder 891.