Stadt räumt Fehler ein Oberschule Melle-Neuenkirchen bleibt lange Baustelle

Von Michael Hengehold

Das größte Ärgerpotenzial haben die entkleideten Decken; Ostern 2017 abgenommen, werden sie wohl erst im Oktober 2018 wieder fertig sein. Foto: Michael HengeholdDas größte Ärgerpotenzial haben die entkleideten Decken; Ostern 2017 abgenommen, werden sie wohl erst im Oktober 2018 wieder fertig sein. Foto: Michael Hengehold

Melle. Während es in Kürze in der Wilhelm-Fredemann-Oberschule mit den Bauarbeiten weitergehen soll, fühlen Teile der Politik sich von der Verwaltung „verschaukelt“. In der Schule sind sie froh, das es weitergeht, eine spürbare Reduzierung der Bauzeit wird es aber nicht geben. Derweil räumt die Verwaltung ein, nicht immer alles richtig eingeschätzt zu haben.

Der Arbeitskreis Bildung der CDU habe die Oberschule im Auge, betont dessen Vorsitzende Herla Wendelin-Feindt. Zuletzt habe sie im April mit Schulleiterin Sandra Apeler telefoniert und vereinbart, kurz vor der Sommerferien erneut zu sprechen, um zu erfahren, ob es Fortschritte gab. Sie habe sich in Fraktionssitzungen wie auch im Bildungssauschuss schon mehrfach kritisch zum langsamen Fortgang in Neuenkirchen geäußert, betont Wendelin-Feindt und eine Fremdvergabe der Planung gefordert, wenn das Gebäudemanagement der Stadt überlastet sei. Laut Auskunft der Verwaltung sei das jedoch nicht mehr möglich gewesen, weil Ausschreibungen schon liefen. Erst später habe sie erfahren, dass die Arbeiten tatsächlich noch nicht ausgeschrieben gewesen waren. „Da fühlt man sich – genau wie die Eltern – verschaukelt. Das ist unfair, wie da mit einem umgegangen wird.“

Lieber mehr Einschränkungen als jahrelang Baustelle

Eine Elterninitiative hatte Bürgermeister Reinhard Scholz im Februar 621 Unterschriften übergeben. Die Unterzeichner forderten, die Bauarbeiten, die 2014 begannen und noch zwei bis drei Jahre andauern sollen, spürbar zu verkürzen. Die Schule erklärte, lieber mehr Einschränkungen im Betrieb in Kauf nehmen zu wollen, als noch bis 2020 oder 2021 Baustelle zu sein.

„Befinden uns noch in der Phase zur Einholung der Angebote“

Vergeblich. Zwar „ist geplant, weitere Arbeitspakete innerhalb der Schulzeit auszuführen“, jedoch könne diese Abstimmung erst dann geschehen, „wenn die Handwerker beauftragt sind. Derzeit befinden wir uns jedoch noch in der Phase zur Einholung entsprechender Angebote“, sagte der städtische Mediensprecher Jürgen Krämer.

„Für alle Beteiligten sicher nicht glücklich“

Die Dauer der Baumaßnahme „ist für alle Beteiligten sicher nicht glücklich“, räumt der Stadtsprecher ein. Und auch dies: „Der Umfang der Maßnahmen und der Abstimmungsaufwand sind nicht immer richtig eingeschätzt worden“. Personelle Engpässe in der Verwaltung und Schwierigkeiten bei Auftragsvergaben hätten ebenfalls zu Verzögerungen geführt. Und schließlich sind, auch das gehört zur Wahrheit, während der Arbeiten immer weitere Mängel entdeckt worden, zuletzt marode Wasserleitungen. Andererseits wurden zwar schon 2014 die Container auf dem Schulhof aufgestellt, aber die Baugenehmigung für die Arbeiten in der Schule hatte die Stadt erst im März 2015 parat.

Kommende Woche einrüsten

In der kommenden Woche soll nun der Verwaltungstrakt der Schule eingerüstet werden, damit in den Sommerferien das Flachdach saniert werden kann.

Der größte Kritikpunkt ist intern jedoch die Deckensanierung. Vor über einem Jahr wurden Decken entkleidet aber immer noch nicht wieder verschlossen. Laut Plan soll das bis Oktober geschehen.

„Natürlich werden wir nicht im nächsten Schuljahr fertig sein“

Schulleiterin Sandra Apeler ist froh, „dass Politik und Gebäudemanagement nun wenigstens wieder den Fokus auf uns gerichtet haben“. Sie habe Hoffnung, dass die Arbeiten „schnellstmöglich ausgeführt werden, damit wir einen Status Quo haben, mit dem wir leben können. Aber natürlich werden wir nicht im nächsten Schuljahr fertig sein“.

Mensa, Ganztagsbetrieb, Raummangel

Sofort danach, besser parallel dazu, müsse die eigentliche Schulentwicklungsplanung angegangen werden, aktuell werden überwiegend Sanierungen durchgeführt. Die eigentlichen Probleme - Mensa, Ganztagsbetrieb, Raummangel – müssten gelöst werden, so Apeler, denn die Oberschule habe heute 380 Schüler, „so viel wie noch nie.“