„Hurra, wir werden Europaschule“ BBS-Schüler aus Melle engagieren sich im Ausland

Von Marita Kammeier


Melle. „Fika ist Kaffeepause“, lernte die Auszubildende Vanessa Höner als erste Vokabel in einem schwedischen Start-Up-Unternehmen. Die Europatage an der BBS sind am Montag mit buntem Programm und spannenden Berichten über Auslandspraktika gestartet. Am Mittwoch ist das Finale mit Politikern aus Berlin und Europa.

Das Auslandspraktikum hat die BBS-Schüler für Europa sensibilisiert und entscheidend für ihre Zukunft beeinflusst. Das berichteten sie ihren Mitschülern und Lehrern in lebendig und professionell gestalteten Präsentationen.

Kulturelle Kompetenz

„Ich war so nervös, dass ich vieles vergessen habe“, bedauerten Vanessa und Oliver anschließend. Kein Wunder, denn in der ersten Reihe saßen neben der Schulleitung auch Vertreter aus Politik und Unternehmen.

Martina Otto-Schindler, die Leitende Regierungsschuldirektorin würdigte ausführlich die internationalen, kulturellen Kompetenzen der BBS. Die Emotionen kochten hoch, und begeisterter Jubel brandete auf, als die Vertreterin des Landes Niedersachsen verkündete: „Wir sind nicht nur Melle, sondern werden Europaschule.“

Das beflügelte Schulleiter Hermann Krüssel ebenso wie Michael Steinkamp vom Europabüro des Landkreises Osnabrück. Bürgermeister Reinhard Scholz erinnerte an die Schwierigkeiten der Vergangenheit und betonte die Bedeutung Europas.

Ein lebendiges, vielfältiges Programm mit Informationen, Online-Aktionen, politischen Diskussionen, Firmenprojekten und Kickerturnieren versprach Moderator Janusch Klus dem Publikum. Der Fachschüler für Sozialpädagogik war überall präsent, auch an den zahlreichen kulinarischen Ständen.

In Erinnerung an sein Praktikum in Wien präsentierte Janusch zusammen mit Tobias Bergbauer, Katharina Höcker, Lisa Philips und Jessica Patzer eine Sachertorte. „Das war viel Arbeit auf dem Tapas-Stand“, meinten Dustin Lahrmann und Laura Schneider, die in Sevilla an einer zweisprachigen Grundschule von 9 Uhr bis 14 Uhr Kinder unterrichteten. Ihr Fazit lautete: „Super entspannt und sehr temperamentvoll, ganz anders als in Deutschland.“

Vanessa Höner berichtete von ihrer Zeit in Lund, einer südschwedischen Studentenstadt mit 90000 Einwohnern, 17 Kilometer von Malmö entfernt. Der Arbeitsalltag in einer Unternehmensberatung mit Kosmetiklinie und Fokus auf Südafrika verlief spannend.

Auslandspraktikanten

Aufgaben wie Produktgestaltung, Marktrecherchen und Mailing-Aktionen für Shoppingcenter wechselten im Arbeitsalltag mit CEO-Meetings, also Besprechungen mit der Chefin. CEO ist die Abkürzung für chief executive officer.

„Mein Englisch businessfähig machen“, so lautete das Ziel von Oliver Ehmke, der eine Ausbildung bei Spartherm absolviert und innerhalb der Firmengruppe ein Praktikum in den Niederlanden anstrebte. „Ich habe beim Geschäftsführer angefragt, und der hat Unterkunft und Arbeitsplan organisiert“, erzählte der Azubi, der im Ausland neben unterschiedlichen Arbeitskonzepten auch ein anderes Arbeitsklima kennenlernte.

Sein Ratschlag an interessierte Schüler lautete: „Vorab recherchieren und die Details klären.“ Begeistert vom Engagement der Auslandspraktikanten, die nach dem Erasmus-Programm gefördert werden, waren auch Stefanie Bölke und Sabine Preuss. Die Lehrerinnen für die duale Ausbildung Wirtschaft und Sozialpädagogik sind die Initiatorinnen für Auslandspraktika an der BBS und haben damit die Ausrichtung in Richtung Europaschule auf den Weg gebracht.