Zirkus Francalli in Melle Artistik, Clownerien und die spanische hohe Schule

Von Sigrid Sprengelmeyer


Melle. Es ist ihr Leben. Und diese Leben lebt die Artistenfamilie Frankello mit Leidenschaft und Freude. Seit Freitag gastiert sie mit ihrer bezaubernden Pferdeshow am Großen Herrenteich.

Bereits in der siebten Generation fließt Artistenblut durch die Adern der Familie. Miguel Frankello ist der Sohn der spanischen Artistin Mercedes Delval und des bekannten Elefantentrainer Kalli Frank.

Jahrelange Freundschaft

Schon im Alter von 14 Jahren begann er mit dem kleinen asiatischen Elefantenbullen „Sahib“ zu arbeiten und aufzutreten. „Sahib“ entwickelte sich zu dem größten asiatischen Bullen, und beide verband eine lebenslange Freundschaft. „Bislang gestalteten wir den Weihnachtszirkus im Tierpark Ströhnen. Wir haben uns aber überlegt, in diesem Jahr selbst auf Tournee zu gehen. Wir wollten es ausprobieren“, erzählt Vertikalseilartistin Lolita Frankello. Sie selbst tritt nicht mehr auf, sie versorgt ihre Familie.

Beifall bei der Premiere

Die Artistenfamilie hat ein Programm erarbeitet, das sich sehen lassen kann. In der Premierenvorstellung am Freitagabend gab es viel Beifall. Der 18 Jahre alte Milano sprang einen Salto Mortale über einen zwei Meter hohen weißen Kamelhengst. Elena Frankello (14 Jahre) begab sich in die Luft und zeigte temperamentvolle Aristik am Reifen. Große Kamele, wunderschöne Pferde, Esel und Texas Longhorn Rinder fegten durch die Manege und beeindruckten durch ihre Größe. Direktor Miguel Frankello motivierte sie spielerisch zu kleinen Kunststücken. Sein edler Andalusenhengst, der die spanische hohe Schule am langen Zügel beherrschte und seine Kapriole sprang, ließen besonders die Herzen der großen und kleinen Pferdefreunde höherschlagen.

Kleine Sketche

Die Familie Frankallo hat es verstanden, das Publikum in die kleinen Sketsche mit einzubeziehen. Ihre Scherze und Clownerien waren keinesfalls albern, sondern bargen eine Menge Witz. Und das Publikum dankte es ihnen. In der Pause konnten die Gäste die Tiere streicheln und Fragen stellen, die freundlich und geduldig beantwortet wurden. „Wenn unsere Tiere alt sind, bringen wir sie auf unseren Gnadenhof in Platschow. Sie haben uns so treue Dienste erwiesen, sodass sie ihr Gnadenbrot verdient haben“, berichtete der Chef der Truppe. Nach der Streichelpause ging das Programm in rasantem Tempo weiter. Die Pferdeshow „Artisten und Pferde zwischen Himmel und Erde“ ist noch bis zum kommenden Sonntag, 13. Mai zu sehen. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall.