Nicht „überdramatisieren“ Meller Jäger fragen nach Obergrenze für Wölfe

Von Martin Heuer

Für „regulierendes Eingreifen“ bei der Population von Wölfen sprechen sich Wolfsberater Meinhard Krüger und Kreisjägermeister Fritz Mithöfer (rechts) aus. Foto: Martin HeuerFür „regulierendes Eingreifen“ bei der Population von Wölfen sprechen sich Wolfsberater Meinhard Krüger und Kreisjägermeister Fritz Mithöfer (rechts) aus. Foto: Martin Heuer

Melle. Der vom Landvolk Niedersachsen ausgerufene „Tag des Wolfes“ am 12. Mai fällt in die Zeit kontrovers geführter Diskussionen um das Thema. „Wo ist die Obergrenze für die Anzahl der Wölfe?“, stellt Fritz Mithöfer als Vorsitzender der Jägerschaft Melle die vielleicht entscheidende Frage.

Im Rahmen einer Gesprächsrunde mit dem Geschäftsführer des Kreislandvolkverbandes, Heinrich Kinnius, stellte Wolfsberater Meinhard Krüger klar, dass sich die Anzahl der Wölfe in Niedersachsen seit der ersten Sichtung im Jahr 2000 auf rund 160 erhöht habe.

„Es gibt halt Gebiete, wo wir Wölfe absolut nicht gebrauchen können“, sagt Mithöfer und spricht damit in erster Linie die ausgedehnten Grünflächen an den Küstenregionen an, wo sich eine wolfssichere Einzäunung nicht realisieren lässt.

Der oberste Meller Jäger schlägt deshalb ein „regulierendes Eingreifen“ vor. „Der Wolf sollte in das Jagdrecht aufgenommen werden“, fordert auch Krüger, der einer von mehr als 100 niedersächschen Wolfsberatern ist. Wolfsschutzzäune und Herdenschutzhunde hätten nicht die erhoffte Protektion gebracht. Bei einer Anzahl von 151000 Rindern und 9000 Schafen in der Region sei aber umfassender Schutz erforderlich. „Angesichts der geringen Zahl von Wölfen in unserer Region sollten wir die Situation nicht überdramatisieren“, meint Heinrich Kinnius.

Kontrollierter Abschuss

Auf einen anderen Aspekt weist Mithöfer hin: „Wenn den Wölfen nie etwas passiert, wenn Menschen in der Nähe sind, verlieren sie ihre natürliche Scheu.“ „Solange Wölfe nicht erwarten müssen, von Menschen ein Übel zu erfahren, werden sie leicht zu erbeutende Haus- oder Nutztiere jagen“, hatte es Sven Herzog, Professor für Wildökologie an der Technischen Universität Dresden, kürzlich im Nachrichtenmagazin „Focus“ auf den Punkt gebracht. Über einen kontrollierten Abschuss sollte daher nachgedacht werden.

Lesen Sie auch

: Interview mit dem Meller Wolfsberater