Zwischen Hase und Wildem Westen Bifurkationstag in Gesmold mit Mitmach-Angeboten

Von Petra Ropers


Gesmold. Kreative Bootsbauer, unerschrockene Cowgirls und viele, viele Naturfreunde tummelten sich am Sonntag an der Hase-Else-Gabelung: Der Bifurkationstag lockte bei schönstem Frühsommerwetter mit einem kunterbunten Programm vor allem junge Familien an den Umweltbildungsstandort.

Aus dem Kalender der Stadt Melle ist die Veranstaltung längst nicht mehr wegzudenken. Denn der Tag an der Bifurkation verbindet sich stets mit kindgerecht aufgearbeiteten Informationen, vielen Mitmach-Aktionen rund um Natur und Umwelt und natürlich mit ganz viel Spaß. Und der begann für die jüngsten Besucher gleich am Startpunkt der „bunten Meile“ entlang der Hase. Einfach mal abtauchen in eine riesige Wanne voller Mais: Das Angebot des Gesmolder Landvolks ließen sich vor allem die Jungs nicht entgehen und sprangen unerschrocken mitten hinein ins Vergnügen.

Wäscheleine statt Trockner

Ein paar Schritte weiter nahm Meter um Meter der Radweg entlang der Allendorfer Straße Gestalt an – zumindest auf der vom Radwegeverein aufgespannten Wäscheleine. Die bestückten junge Künstler nämlich eifrig mit ausgemalten Radweg-Teilstücken, während sich die Eltern über das ambitionierte Ziel des Vereins informierten, die Planungskosten für die Gesamtstrecke von Borgloh bis Melle zusammenzubringen. Eine Wäscheleine spannte auch das Umweltamt der Stadt Melle auf: Denn einfach mal die Wäsche draußen aufzuhängen, statt sie in den Trockner zu werfen, ist schon ein kleiner Beitrag zum Umweltschutz.

Kostbare Gold-Nuggets

Gegenüber legten beim Bogenschießen, Hufeisenwerfen, Melken und Kuhfladen-Zielwurf junge Cowboys und Cowgirls zum Sound von „Los Elegantos“ ihre Westernprüfung ab. Ihre Eltern konnten dabei erleichtert aufatmen: Die Kuhfladen waren nicht vorher von der Wiese gesammelt worden. Gleich nebenan schürften Goldgräber im Sand nach kostbaren Nuggets. Gold findet sich in der Hase zwar nicht, dafür aber reges Leben, das der „Grashüpfer“, das Umweltmobil des Museums am Schölerberg, unter Lupe und Mikroskop brachte.

Wasserassel, Rollegel, Kugelmuschel und die Larven von Grabender Eintagsfliege oder Prachtlibelle tummelten sich in den Auffangbehältern. „Die Tiere verraten viel über die Gewässergüte“, erfuhren die kleinen und großen Naturfreunde von Expertin Irene Steiner. Der Hase an der Bifurkation bescheinigte sie mit der Note 2 bis 3 zwar kein Traumergebnis. Problematisch sei jedoch weniger die Qualität des Wassers selbst als die durch fehlende Mäander weitgehend gleichbleibende Fließgeschwindigkeit.

Nutrias werden zum Problem

Doch nicht nur die kleinen Tiere nahmen die Kinder in Augenschein. Beim Infomobil der Jägerschaft kamen sie scheuen Gewässerbewohnern wie Nutria, Bisam und Fischotter – zumindest in Präparaten – ganz nah. An den Meller Gewässern werden vor allem die Nutrias zunehmend zu einem Problem, wie Niklas Rietmann vom Hegering Gesmold erklärte: „Sie richten viel Schaden in den Böschungen an.“ Denn die Einwanderer aus Amerika graben Erdhöhlen in die Hänge, die bis zu sechs Meter lang und drei Meter tief werden können.

Und wie ist es um die heimische Vogelwelt bestellt? Ein Quiz nicht nur für die Kinder brachte die Biologische Station Haseniederung mit an die Bifurkation.

Und wo Wasser ist, das darf ein Angebot natürlich nicht fehlen: Die „Bootswerft“ des Alten Stahlwerks avancierte deshalb zu einem dicht umlagerten Anziehungspunkt direkt an der Hase. Mit Korken, Schaschlikspießen, buntem Papier und viel Fantasie waren der Ingenieurskunst dabei keine Grenzen gesetzt. Und die jungen Bootsbauer konnten ihre Kreationen unbesorgt zu Wasser lassen. Denn an der Brücke wurden sie per Kescher wieder herausgefischt.