Turmfest unter blauem Himmel Sanierungsarbeiten am Kirchturm in Melle abgeschlossen

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Melle. Mit einem Gottesdienst unter strahlend blauem Himmel und einem geselligen „Turmfest“ feierte die Kirchengemeinde St. Matthäus am Samstag den Abschluss der Sanierungsarbeiten am Kirchturm.

„Wir möchten danke sagen“, fasste ein sichtlich gut gelaunter Pastor Michael Wehrmeyer vor voll besetzten Bankreihen den Anlass der außergewöhnlichen Eucharistiefeier zusammen. Denn über zwei Jahre nach der Schreckensmeldung über gravierende Schäden erstrahlt der Kirchturm, der gemeinsam mit seinem evangelischen Bruder das weithin sichtbare Wahrzeichen von Melle bildet, wortwörtlich in neuem, kupfernen Glanz.

Kreative Sponsoring-Ideen

„Die Arbeiten wurden gut und erfolgreich abgeschlossen“, freute sich Wehrmeyer. Sein Dank galt dem Architekten Ronald Dodt, den ausführenden Firmen, vor allem aber auch den vielen Unternehmen, Vereinen, Gemeindemitgliedern und Gemeindegruppen, die mit kleinen und großen Beiträgen sowie mit kreativen Sponsoring-Ideen das Spendenbarometer auf bislang 70.000 Euro ansteigen ließen. Mit 212.000 Euro unterstützte das Bistum Osnabrück die Maßnahmen. Weitere 138.000 Euro flossen aus dem Denkmalschutzprogramm des Bundes in das Sanierungsprojekt.

270 Steine ausgetauscht

Dank der breiten Unterstützung konnten im August vergangenen Jahres die Arbeiten beginnen. Für die beteiligten Unternehmen war die Turmsanierung alles andere als Alltagsgeschäft: Jeder einzelne Stein des Kirchturms und auch der angrenzenden Schildwand sei von Hand mit einem Hammer abgeklopft worden, erinnerte Ronald Dodt. Insgesamt 270 Steine mussten ausgetauscht werden. Die ganze Zeit über war Hubert Ronne vom Bauausschuss der Kirchengemeinde vor Ort.

Als Co-Architekten bezeichnete ihn Pastor Wehrmeyer in Würdigung seines großen Engagements. Auch der Sprecher des Bauausschusses, Stephan Schulke, war auf der Baustelle immer wieder präsent. Mit ihnen zogen der gesamte Ausschuss und die Gemeinde an einem Strang: „Das war eine tolle Gemeinschaftsleistung“, zeigte sich in einem Grußwort der Bundestagsabgeordnete Dr. André Berghegger beeindruckt, der sich nicht nur für die Förderung aus Bundesmitteln einsetzte, sondern auch den Anstoß für das „Turmfest“ zum Abschluss gab.

Fingerzeig in Richtung Himmel

Anerkennung sprach auch Bürgermeister Reinhard Scholz insbesondere allen Ehrenamtlichen aus, die sich für das Projekt einsetzten: „Die beiden Kirchtürme sind ein wichtiges Symbol und Signal.“ Und Melle sei ohne seine beiden Türme gar nicht vorstellbar. Als einen Fingerzeig in Richtung Himmel bezeichnete Pastor Wehrmeyer den Kirchturm. Mindestens ebenso wichtig wie das steinerne Gebäude von Kirche und Turm seien jedoch die „lebendigen Steine“ der Gemeinde.

Und dass sie ebenso tragfähig sind wie der frisch sanierte Turm, bewies das vielfache Engagement in den vergangenen Monaten und Jahren. Das Spendenbarometer darf übrigens noch weiter steigen. Denn mit rund 650.000 Euro wurde die gesamte Maßnahme deutlich teurer als am Anfang geschätzt.


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