Heimliches Mitfilmen der Polizei Staatsanwalt prüft Film-Dreh aus Kollegahs Auto in Melle

Von Christoph Franken

Der Rapper Kollegah saß in dem Wagen, aus dem heraus eine Meller Polizeibeamtin gefilmt wurde. Das Bild entstand auf der Party nach Verleihung des Musikpreises Echo. Foto: dpaDer Rapper Kollegah saß in dem Wagen, aus dem heraus eine Meller Polizeibeamtin gefilmt wurde. Das Bild entstand auf der Party nach Verleihung des Musikpreises Echo. Foto: dpa

Melle. Ob das heimliche Mitfilmen einer Polizeikontrolle aus dem Auto von Gangster-Rapper Kollegah heraus in Melle eine Straftat ist, prüft derzeit die Staatsanwaltschaft Osnabrück.

Nach der polizeilichen Dursuchung des inzwischen geschlossenen Meller Clubs „Naava“, in dem Kollegah und Farid Bang aufgetreten waren, geriet der Wagen des Rappers auf dem Rückweg nach Düsseldorf am 3. März auf Meller Stadtgebiet in eine Polizeikontrolle. Die junge Polizeibeamtin, die an der Fahrerseite seines Wagens stand und die Kontrolle durchführte, wurde – von ihr unbemerkt – dabei vermutlich vom Rücksitz aus gefilmt. Eine Stunde später stand die Filmsequenz dann auf Youtube.

Neben der Kalaschnikow

Für die Meller Polizeiführung ein klarer Verstoß gegen das Persönlichkeitsrecht der Beamtin. Dazu kommt, dass bei der Frage der Polizistin nach den Fahrzeugpapieren aus dem Inneren des Autos gesagt wurde: „Der Fahrzeugschein liegt gleich neben der Kalaschnikow.“ Das ist ein russisches Sturmgewehr. Auch dieser Satz ist im Internet gut zu hören.

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Vernehmungen?

„Wir haben den Vorgang am Freitag der Staatsanwaltschaft zur rechtlichen Prüfung und Würdigung vorgelegt“, sagte Peter Kleinfeld vom Polizeikommissariat Melle. Sollte es von der Staatsanwaltschaft als Straftat eingeordnet werden, würde dann die Polizei in NRW gebeten, die Beschuldigten in Düsseldorf und in einem zweiten Wohnort zu vernehmen.