Konzert in Martinikirche Buer Gaby Albrecht lockt Fans von weit her nach Melle


cru Buer. Sie saß strahlend in der ersten Reihe und konnte jedes Lied mitsingen. Über 500 Kilometer war sie am Samstag gefahren, um in der Martinikirche in Buer den Konzertabend von Gaby Albrecht zu genießen. Und die verzauberte Kerstin Heike Kutschera aus der Nähe von Pforzheim sowie Hunderte Fans, die von Schleswig-Holstein bis Süddeutschland angereist waren.

Die Sängerin mit der charakteristisch tiefen Stimme verwandelte das Kirchenschiff in einen Raum voller Harmonie mit ihren wunderschönen Melodien und Texten über das Leben, über die Liebe, die Achtsamkeit und die schönen Momente.

Völlig unprätentiös begrüßt Gaby Albrecht ihr Publikum und hatte sofort alle Herzen gewonnen. Seit fast 30 Jahren steht sie auf der Bühne, hat viele CDs eingespielt und ist gern gesehener Gast in volkstümlichen Fernsehsendungen.

Den 51. Hochzeitstag im Konzert verbracht

Eher ungewöhnlich für ein Konzert in der Bueraner Kirche ist zwar, dass sie ganz alleine im Altarraum steht und ihre Begleitmusik nur aus den Lautsprechern kommt. Das macht aber nichts, denn das Playback ist dermaßen gut abgemischt und auf ihre Stimme eingestellt, dass eine große Band überhaupt nicht vermisst wird.

Gaby Albrecht erzählt Geschichten, die jeder nachfühlen kann. Sympathisch und völlig uneitel singt sie vom ersten Kuss und dem jungen Mann, der ihr damit immer im Herzen ist. Sie singt davon, sich Zeit für den anderen zu nehmen und seine Sorgen zu teilen: „Rosen müssen gar nicht sein“. Publikumsnah und warmherzig gratuliert sie einem Ehepaar, das seinen 51. Hochzeitstag in diesem Konzert verbringt, mit dem gewünschten „Du weißt, was ich träume“. Da rollen Tränen der Rührung.

Innig und kein bisschen kitschig

Neben den eigenen Liedern verschreibt sich die Sängern, die in Magdeburg geboren wurde und ihr Musikstudium in Weimar absolvierte, auch den großen Klassikern. So macht sie aus Verdis unvergänglicher Melodie des Gefangenenchores aus der Oper „Nabucco“ eine deutsche Hymne an die Freiheit. Innig und kein bisschen kitschig kommt das rüber. Das „Ave Maria“ von Schubert fehlt ebenfalls nicht, vielstrapaziert zwar, aber doch hier mit einem wunderbar eigenen Flair.

Jazz vom Feinsten

Ja, und dann überrascht Gaby Albrecht ihr Publikum mit einem musikalischen Gast, der tatsächlich überrascht: Pete Tex ist Saxofonist, spielte in Symphonieorchestern und Bigbands und ist seit den 1970-er Jahren als Solist unterwegs. „Slow Motion“, das ist sein Markenzeichen und ein Hit, der um die Welt ging.

Er jazzt vom Feinsten und nimmt sich auch das Besondere vor. So etwa aus einer Sinfonie von Dvorak eine Adagiomelodie, die eigentlich für Englischhorn komponiert ist. Umwerfend rührend klingt das mit Saxofon, und dann noch mit einem improvisierten Ende. Klasse. Und wenn er eine der Filmmelodien von Ennio Morricone bläst, dann ist die gefühlvolle Stimmung an diesem Abend perfekt.

Gaby Albrecht beendet ihren ersten Konzertabend in Buer mit dem musikalischen Appell „Bleib dir selber treu“. Die Fans werden ihr auf jeden Fall treu bleiben. Und nach einer Zugabe darf Kerstin Heike Kutschera mit der Künstlerin auf ein Foto, ein unvergesslicher Moment für die Weitgereiste. Genau von der Art, für die Gaby Albrecht von ihren Fans geliebt wird.