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Telekom will Telefon abbauen Zu wenige telefonieren am Meller Bahnhof

Von Michael Hengehold

Womöglich wird am Meller Bahnhof eine einfachere Telefonvariante installiert, an der nicht mit Münzen bezahlt werden kann. Foto: Michael HengeholdWomöglich wird am Meller Bahnhof eine einfachere Telefonvariante installiert, an der nicht mit Münzen bezahlt werden kann. Foto: Michael Hengehold

Melle. Die Telekom möchte das öffentliche Telefon am Bahnhof in Melle-Mitte abbauen. Grund: zu wenig Umsatz. Die Verwaltung hat das abgelehnt.

Zwar halte ihr Unternehmen aus Kostengründen keine regionalen Daten mehr vor, beantwortet Telekom- Sprecherin Stefanie Halle eine Anfrage unserer Redaktion, verweist aber auf eine Vereinbarung mit der Bundesvereinigung der kommunalen Spitzenverbände. Demzufolge darf die Telekom Städte und Gemeinden wegen eines Abbaus ansprechen, wenn es um „extrem unwirtschaftliche öffentliche Fernsprecher mit einem Umsatz von weniger als 50 Euro im Monat“ geht. Der Umsatz sei ein klares Indiz dafür, „dass der Wunsch nach einer Grundversorgung durch die Bevölkerung an dieser Stelle offensichtlich nicht mehr besteht“. Da der Fernsprecher für 1500 Euro umgerüstet werden müsste, möchte die Telekom diese Kosten gerne sparen und das Gerät ganz abbauen.

Das ist allerdings in Melle anders

In aller Regel stimmten die Kommunen derlei Ansinnen zu, sagt die Telekom-Sprecherin. Das ist allerdings in Melle anders. Die Verwaltung hat den Antrag abgelehnt und den Ortsrat Melle-Mitte in dessen jüngster Sitzung darüber informiert. An so einen Platz gehöre eine Telefonzelle, um im Falle des Falles wenigstens einen Notruf absetzen zu können, äußerten sich Sprecher von CDU und SPD. Vor allem ältere Menschen nutzten nach wie vor die Telefonzelle. Die ist freilich keine Zelle im Sinne eines geschlossenen Häuschens mehr, sondern eine überdachte und an den Seiten mit Windschutz versehene, nach vorne offene Glasbox.

Möglich: Vorhandenes gegen Basistelefon austauschen

Das könnte sich jedoch ändern. Wie die Telekom-Sprecherin mitteilt, werde dort, wo es „in Ausnahmefällen“ zu keinem Konsens komme, das vorhandene Telefon gegen ein deutlich günstigeres „Basistelefon“ ausgetauscht. In der Regel ist das ein Metallpfosten, an dem ein Telefon angebracht ist. Dort können Nutzer (ausgenommen der Notruf) nur noch mit einer Telefonkarte telefonieren. Auf den derzeit noch möglichen Münzeinwurf verzichtet die Telekom dann; wo es keine Münzen gibt und mithin keine Münzkassetten, gibt es auch keinen Diebstahl und/oder Vandalismus.

„Die meisten Standorte sind kaum noch rentabel zu betreiben“

Würden die Stadt die öffentlichen Telefone betreiben, gäbe es schon längst keine mehr, spekuliert Halle: „Nur mal angenommen, die Kommunen wären selbst für den Unterhalt von öffentlichen Telefonen zuständig – dann hätten sie die allermeisten schon längst flächendeckend abgeschafft, weil die meisten Standorte heutzutage schlichtweg nicht beziehungsweise kaum noch rentabel zu betreiben sind.“