Stiftung SON gestaltet Flächen Schlaraffenland in Melle für seltene Reptilien

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Die Blindschleiche ist selten geworden. Foto: V.olker TiemeyerDie Blindschleiche ist selten geworden. Foto: V.olker Tiemeyer

pm/fr Buer. Immer wieder treffen die ehrenamtlichen Mitstreiter der Meller Stiftung für Ornithologie und Naturschutz (SON) aktuell auf Reptilien. „Im Rahmen des Artenschutzes haben Blindschleiche und Co. eher einen Graue-Maus-Status“, weiß Artenschützer Florian Seifert. Kaum beachtet fällt es ihnen zunehmend schwerer, geeignete Lebensräume zu finden, um sich ernähren und fortpflanzen zu können. Ihre Bestände erfasst die SON zurzeit auf Stiftungsflächen im Meller Stadtteil Buer.

„Unglaublich, unter jedem zweiten Versteck befinden sich hier ein bis zwei Blindschleichen. Einmal fand ich gar zwei junge Blindschleichen, eine Waldeidechse und eine vorjährige Erdkröte vereint vor“, berichtet Naturschützer Manfred Tzschachmann begeistert. „Man könnte meinen, sich in einem Schlaraffenland für Reptilien zu bewegen.“

Umgestaltung kommt an

Dabei kommt diese positive Entwicklung nicht von ungefähr. Seit rund zehn Jahren gestalten die Ehrenamtlichen der SON Walränder, zum Beispiel im Großen Kellenberg in Markendorf und am Südhang des Linner Bergs bei Meesdorf. „Die I-Tüpfelchen sind die von uns seit nunmehr fünf Jahren angelegten Feldstein- und Totholzhaufen“, stellen Falko Drews und Volker Tiemeyer vom SON-Vorstand. Mittlerweile wurden Dank der Zuarbeit eines hiesigen Bodenabbauunternehmens über 50 Tonnen Bruchsteine und mehrere Raummeter Holz per Handarbeit zu Kleinverstecken aufgeschichtet.

Ein paar Feldsteine

Feldsteinhaufen stellen wichtige Lebensraumelemente dar, die in der heutigen Landschaft selten geworden sind. Die Hohlräume zwischen den Steinen werden beispielsweise nicht nur von Waldeidechsen und Blindschleichen genutzt. Pflanzen, welche die Steine überwachsen, dienen Kleinschmetterlingen sowie spezialisierten Schneckenarten als Nahrung und Lebensraum. Dabei ist es nicht nur wichtig, dass die Steinhaufen planvoll aufgeschichtet, sonder auch in einer der Sonne zugewandten Örtlichkeit errichtet werden. „Ergänzend haben wir in ihrem Umfeld einzelne flache Holz- bzw. Rindenstücken so ausgelegt, dass darunter ein kleiner Hohlraum entsteht. Reptilien verkriechen sich gerne darunter“, so Tzschachmann.


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