„Bevor hier alles tot ist“ Was wird aus der Alten Sägemühle in Melle-Oldendorf?

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Auch fast ein Jahr nach dem Brand sind die Schäden an der Alten Sägemühle (hier die Rückseite) in Oldendorf noch nicht beseitigt. Dort finden normalerweise Veranstaltungen statt. Foto: Michael HengeholdAuch fast ein Jahr nach dem Brand sind die Schäden an der Alten Sägemühle (hier die Rückseite) in Oldendorf noch nicht beseitigt. Dort finden normalerweise Veranstaltungen statt. Foto: Michael Hengehold

Oldendorf. Wie geht es weiter mit der Alten Sägemühle in Oldendorf? Seit dem Brand kann der Veranstaltungsort nicht mehr genutzt werden. Ortsbürgermeisterin Karin Kattner-Tschorn drängt auf Sanierung, „bevor hier alles tot ist“.

Am 18. Juli 2017 war in der Sägemühle ein Feuer ausgebrochen. Wie die Ermittlungen zur Brandursache ergaben, war Grillkohle der Auslöser. Die war in einem Plastikmülleimer in einem Nebenraum entsorgt worden, war aber noch nicht völlig ausgekühlt. Schäden durch das Feuer entstanden im Wesentlichen am Dach.

Das ist auch ein knappes Jahr später noch gut zu sehen. Ein Streifen zur Straßenseite hin sowie ein größerer Abschnitt an der rückwärtigen Dachseite sind mit Plastikfolie statt Dachpfannen abgedeckt.

Heizungssystem

Bereits vor dem Brand hatte es Überlegungen gegeben, die Sägemühle zu sanieren. Das sollte durch das Ile-Projekt finanziert werden. Dahinter verbirgt sich das Wortungetüm „integriertes ländliches Entwicklungskonzept“, früher auch als Ilek bekannt, inzwischen ohne k hinten. Kurz gesagt ein Fördertopf, zur Entwicklung des Lebens-, Arbeits-, Erholungs- und Naturraumes.

So sollte die Decke gedämmt werden und ein Heizungssystem installiert. Außerdem war geplant, einen Abstellraum in eine Küche umzuwandeln. „Aber dann kam der Brand dazwischen“, bedauert Karin Kattner-Tschorn (SPD) die Entwicklung. Das sei Pech gewesen, „aber vielleicht auch Glück“, denn das Geld von der Versicherung hätte als Eigenkapital für die Ile-Sanierung eingebracht werden können, hatte sich der Oldendorfer Ortsrat vorgestellt.

Allerdings hat das Projekt keine Ile-Förderung erhalten, was unglücklicherweise in diesem Jahr erst spät, nämlich im April, bekannt geworden sei, berichtet Kattner-Tschorn. Üblicherweise gingen die Bescheide zu Jahresbeginn raus.

Weiterentwicklung

Nachdem nun die große Lösung, die eine Nutzung des Hauses auch in der kalten Jahreszeit ermöglicht hätte, nicht zustande kommt, wünschen sie sich in Oldendorf, dass zumindest der Ist-Zustand vor dem Brand wieder hergestellt wird, damit die Sägemühle ab Herbst wieder als Veranstaltungsort genutzt werden kann. „Wir müssen schauen, dass uns die Leute nicht weglaufen, bevor hier alles tot ist“, drückt Kattner-Tschorn bei der Stadt auf die Tube.

Auf Anfrage unserer Redaktion stellt der städtische Mediensprecher Jürgen Krämer einen baldigen Sanierungsbeginn in Aussicht: „Wir streben eine zeitnahe Lösung an“. Dabei gehe es darum, die Brandschäden zu beseitigen und den Ausgangszustand des Gebäudes wieder herzustellen.

Auch die weitere Entwicklung des Gebäudes habe die Stadt im Auge: „Bei der Ausführung dieser Sanierungsmaßnahme werden wir sehr wohl darauf achten, die Arbeiten so auszuführen, dass bei einer Weiterentwicklung des Gebäudes keine Rückbaumaßnahmen erforderlich werden.

In einem weiteren Schritt soll dann bereits Ende Mai vor Ort ein Termin mit einem externen Planer stattfinden, kündigt Krämer weiterhin an. Der soll aufzeigen, welche Möglichkeiten sich zur Weiterentwicklung des Gebäudes anbieten – auch unter Einbeziehung solcher Maßnahmen, die ursprünglich über das Ile-Programm finanziert werden sollten.

Bürgerbefragung: Wie die Oldendorfer zu ihrer Sägemühle stehen, lesen Sie hier


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