April-Wetter lässt Natur explodieren Rapsblüte in Melle früher als geplant

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Im blühenden Rapsfeld hinter dem Solarlux-Gelände: Volker Brinkschulte. Foto: Martin HeuerIm blühenden Rapsfeld hinter dem Solarlux-Gelände: Volker Brinkschulte. Foto: Martin Heuer

Melle. Ende April – und der Raps steht fast schon in voller Blüte. „Im März sah es so aus, als wenn wir zwei Wochen hinterherhängen. Aber nun sind wir sogar einige Tage voraus“, kommentiert Volker Brinkschulte als stellvertretender Vorsitzender des Kreislandvolks die Entwicklung.

Nach den strengen Frosttagen im Februar kann der vielseitigen Nutzpflanze nun wohl nichts mehr passieren – auch wenn es bis zu den Eisheiligen Mitte Mai noch zu kleineren Frösten kommen sollte. „Die Pflanzen sind jetzt so weit, dass sie das überstehen könnten“, meint Brinkschulte. Die Ernte erfolgt dann nach elf Monaten auf dem Feld Ende Juli bis Anfang August.

Lohnende Weide für Bienen

Das schöne Wetter in der dritten April-Woche hatte die Natur förmlich explodieren lassen – und auch für die Rapsblüte gesorgt, die mit ihrem leuchtend gelben Feldern nun für eine besonders schöne Komponente des Frühlings sorgt.

Der Raps ist aber nicht nur ein Genuss für die Augen, sondern bietet auch den Insekten einen reich gedeckten Tisch. Mit ihrem großen Nektar- und Pollenangebot sind die Rapsfelder eine lohnende Weide für die Bienen. Die fleißigen kleinen Tiere finden hier nicht nur reichlich Nahrung, sondern befruchten nebenbei noch die Blüten, von denen jede Rapspflanze nicht weniger als 100 hat.

Belohnt werden deren Aktivitäten mit 40 Kilogramm Rapshonig pro Hektar. Für ein Glas Honig fliegen die Bienen rund 40000-mal und besuchen dabei zwei bis sieben Millionen Rapsblüten.

Im August blüht Senf

„Raps ist aber auch sonst von großem Nutzen“, erklärt Brinkschulte. So werde Raps zum Teil auch als Biodiesel verwertet. Und Rapsöl sei in der Ernährung immer gefragter. Ein Hektar ergebe 1660 Kilogramm (= 3300 Flaschen) des an ungesättigten Fettsäuren reichen Rapsöls. Zudem entstehe bei der Pressung das proteinhaltige Rapsschrot, das in der Rinder-, Schweine- und Geflügelmast überaus gefragt sei. Als gentechnikfreies Eiweißfuttermittel ersetze es hier in großem Umfang Sojaschrot.

Nebenbei ist der Raps hervorragend als Erosionsschutz und zur Verbesserung der Bodenqualität geeignet. Zudem freuen sich die Landwirte über erhöhte Erträge bei der Folgefrucht.

Wer aber glaubt, dass der Raps im Spätsommer ein zweites Mal blühe, sieht sich angesichts der ebenso leuchtend gelben Flächen getäuscht: Denn im August blüht die farblich nahezu identische Senfpflanze. „Und die wird nicht genutzt, sondern ist nur bei der Durchwurzelung des Ackers gefragt“, lächelt Brinkschulte.


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