Viele Mängel, aber auch Stärken Grönenbergpark in Melle soll attraktiver werden

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Melle. Schön, aber unstrukturiert. So beschrieb Alexander Reuschel den Grönenbergpark. In der Sitzung des Ortsrats Melle-Mitte stellte der Städteplaner vom Bauamt ein Konzept vor, wie der Park langfristig attraktiver gestaltet werden könnte.

Der Grönenbergpark hat ein Problem. Er ist über Jahrzehnte gewachsen, völlig unstrukturiert und ohne Gesamtkonzept, das eine Klammer bildet und dem Park einen Rahmen gibt. Neben Fachwerkhäusern liegen Kunstrasenplätzen, es gibt mehrere Eingänge, ein Wildgehege, ein Minigolfplatz, die Landesturnschule und in direkter Nachbarschaft noch das Hallen- und Wellenfreibad, das Gymnasium und die ungenutzte Jahnturnhalle, Jugendherberge sowie das alte Schwimmbad. Jedes einzelne Element hat für sich betrachtet einen hohen Stellenwert in der Stadt. Doch aus verschiedenen Puzzleteilen wird nur dann ein großes Puzzle, wenn es jemand nach Plan zusammensetzt.

Verschiedene Eingänge verwirren

Die Orientierung im Park ist ein Knackpunkt, den Reuschel ungeschönt als großen Mangel bezeichnet. Wer sich in Melle nicht auskennt, ist schon aufgrund der verschiedenen Eingänge in den Park verwirrt. Der Haupteingang ist als solcher nicht klar zu erkennen. Und gestalterisch sei das nicht so das, was man sich wünschen würde, meinte der Stadtplaner. Zur Untermauerung seiner Feststellung warf er ein paar Fotos an die Leinwand: Bilder vom Eingang am Gymnasium, der im Moment optisch noch von den Containern vor der Jugendherberge verschandelt wird, und vom hinteren Bereich, den reihenweise Autos zieren. Weitere triste Aufnahmen von schmalen Asphaltwegen in Richtung Park verdeutlichten den dringenden Handlungsbedarf an dieser Stelle. Auch der Bereich der Wohnmobilstellplätze fiel in der Bestandsaufnahme durch.

Fußwegenetz im Park verbessern

Deshalb plädierte Reuschel dafür, langfristig die zentrale Achse, an der die Gebäude und Freiflächen wie auf einer „Perlenkette“ aufgereiht sind, optisch zu betonen und besser zu kennzeichnen. Denn das große Potenzial des Parks werde im Moment noch gar nicht genutzt. „Wir haben hier eine gute Lage, viele Nutzungen und eine schöne Landschaft“, betonte Reuschel die Stärken. Das Fußwegenetz müsse verbessert, die Knotenpunkte umgestaltet und der Laerbach wieder geöffnet und erlebbar gemacht werden. In Reuschels Konzept findet sich auch schon die neue 3-Feld-Sporthalle auf dem Festplatz hinter den Sportanlagen wieder. Das ist derzeit der favorisierte Standort für diese neue Halle. Wie dann der Laerbach erlebbar gemacht werden kann, wenn die Halle direkt daneben gebaut werden würde, weiß Reuschel nicht. Ein Ingenieurbüro prüfe derzeit, wie der Hochwasserschutz in dem Gebiet aussehen könnte, weil die Sporthalle im Überschwemmungsgebiet des Laerbachs liegen würde, berichtete der Stadtplaner dem Ausschuss.

Situation um Parkplätze schwierig

Silke Meier (Grüne) forderte, die Hochwasserproblematik bei den Planungen nicht aus dem Auge zu verlieren. Ihr war es auch wichtig, den Erholungsaspekt in den Fokus zu rücken. Außerdem fragte sie, ob das Wildgehege noch so zeitgemäß sei. Die Parkplätze, die auch von Reuschel, als ein Problem identifiziert wurde, sind nach Meiers Ansicht ausreichend. Annegret Mielke (SPD) verwies zum Thema Parkplätze jedoch darauf, dass gerade bei Großveranstaltungen sehr viel Parkraum benötigt werde. Sie brachte die Idee ins Spiel, das Parken auf zwei Ebenen zu ermöglichen. Um die Knappheit an Parkplätzen zu beheben, schlug Matthias Pietsch (UWG) vor, die Busse, die zum Teil für große Sportveranstaltungen den Parkplatz an der Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße ansteuern, umzuleiten auf die Parkplätze am Wellenfreibad. Das wäre durch eine Adressänderung möglich, meinte er. Lob für das Konzept erhielt Reuschel aus allen Fraktionen. Bis zum Ende des Jahres will er das Konzept um konkrete Maßnahmen erweitern. Aus dem Grönenbergpark soll eine Sport-, Freizeit- und Bildungslandschaft werden.


Gemeinschaft: Im Ortsrat beschlossen die Mitglieder außerdem, sowohl der Siedlungsgemeinschaft Hafermasch als auch der Eickener Sportvereinigung einen Zuschuss von 150 Euro zu gewähren. Für das 950-jährige Jubiläum des Ortsteils Gerden, das am 4. und 5. August gefeiert wird, gibt es sogar einen Zuschuss von 500 Euro. Allerdings entzündete sich an diesem Tagesordnungspunkt ein Streit über die Frage, ob Ortsratsmitglieder selbst Anträge stellen sollten, über die in ihrem eigenen Ortsrat entschieden wird. Stein des Anstoßes war für Reinhardt Wüstehube (Grüne), dass Jan-Hendrik Hüpel (CDU) im Namen der Siedlergemeinschaft Gerden und Rainer Vogt-Rohlf (CDU) für die ESV die Anträge auf eine Bezuschussung gestellt hatten. Malte Stakowski (CDU) war der Meinung, dass man es ehrenamtlich Tätigen, auch wenn sie zeitgleich in Vereinen und in der Politik aktiv sind, nicht schwer machen sollte, sich für die Gemeinschaft einzusetzen. Doch Wüstehube und auch seine Kollegin Silke Meier wollten nicht locker lassen. Meier monierte zudem, dass die Anträge von Hüpel und Vogt-Rohlf zu spät eingegangen seien, um darüber innerhalb der Fraktion zu reden. Wüstehube und Meier enthielten sich am Ende bei der Abstimmung über den Antrag der ESV. Gerda Hövel (CDU), Vorsitzende des Ortsrates, warnte davor, in Erbsenzählerei zu verfallen. „Wir müssen aufpassen, welche Signale wir senden“, mahnte sie.

Sporthalle: Gerda Hövel berichtete, dass in der Sporthalle Haferstraße nun die Brandschäden beseitigt werden und die Dachsanierung Ende Mai beginnt.

Container: Die Container an der ehemaligen Jugendherberge werden in den Sommerferien abgebaut.

Gewerbegebiet: Im Gewerbegebiet Gerden-Ost parken Lkw-Fahrer oft tagelang ihre Fahrzeuge. Müll türmt sich am Straßenrand. Zu diesem Thema soll es einen Runden Tisch geben, an dem alle Beteiligten nach einer Lösung für das Problem suchen.

Telefonzelle: Die Telekom hat bei der Stadtverwaltung angefragt, ob sie die Telefonzelle am Bahnhof abbauen könnte. Diese müsste für 1500 Euro umgerüstet werden. Vom Ortsrat wird dieses Vorhaben abgelehnt. Nach Meinung von Jutta Dettmann (SPD) und auch Karl Hotho (CDU) gehört an so einen Platz eine Telefonzelle, um im Notfall wenigstens einen Notruf absetzen zu können. Denn nicht alle Bürger verfügen über ein Handy. Vor allem ältere Menschen nutzen nach wie vor die Telefonzelle.

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