Für mehr Tierwohl und Umweltschutz Agrarministerin referiert bei den Landfrauen Melle

Von Norbert Wiegand

Ein Kochbuch mit Meller Rezepten gaben Christa Ballmeyer (links) und Kathrin Möntmann (rechts) Agrarministerin Barbara Otte-Kinast mit auf den Weg nach Hannover. Foto: Norbert WiegandEin Kochbuch mit Meller Rezepten gaben Christa Ballmeyer (links) und Kathrin Möntmann (rechts) Agrarministerin Barbara Otte-Kinast mit auf den Weg nach Hannover. Foto: Norbert Wiegand

Melle. „Die Zukunft der Landwirtschaft und des ländlichen Raumes“ - so hieß der Vortrag, den die Niedersächsische Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Barbara Otte-Kinast, hielt. Bei der Veranstaltung der Meller Landfrauen im Forum sorgten mehr als 250 Landfrauen, Landwirte, Vertreter der Politik und interessierte Bürger für voll besetzte Stuhlreihen.

„Natürlich müssen wir beim Tierschutz, bei der Düngung und auch beim Pflanzenschutz weiter kommen“, sieht Barbara Otte-Kinast durchaus noch Verbesserungspotentiale für mehr Tierwohl und Umweltschutz.

Angst einer Landwirtin

Sie betonte aber zugleich, dass es keine einseitigen Zusatzauflagen für einheimische Landwirte geben darf: „Die Betriebe müssen das gleiche Geld verdienen und den Verbrauchern ist auch nicht geholfen, wenn minderwertige und billige Nahrungsmittel aus dem Ausland in den Regalen liegen - denn niedersächsische Nahrungsmittel sind so gut wie nie.“ Bei allen neuen Maßnahmen und Anforderungen müssten zuvor mit Experten aus der Praxis die Folgen ermittelt werden.

„Meinen Tieren geht es doch gut und wir sollen immer noch mehr und noch mehr tun, das macht mir Angst“, richtete sich eine Landwirtin in der anschließenden Diskussion an die Ministerin. Diese ließ in ihrer Antwort keinen Zweifel daran, dass sie „die Ministerin an der Seite der Landwirte sein will“.

Neuer Tierschutzplan

Leider hätten Einzelfälle zu strengeren Düngeverordnungen, Pflanzenschutzregelungen und zu einem neuen Tierschutzplan geführt. „Letztlich schützen aber die Kontrollmechanismen, mit denen schwarze Schafe aufgespürt werden, die große Mehrheit der Landwirte, die nach den Grundsätzen der guten fachlichen Praxis arbeiten“, erklärte Otte-Kinast.

Von Siegfried Göhner wurde in der Diskussion der Nitratüberschuss angesprochen. „Wir müssen handeln“, wies die Ministerin auf Grundwasser- und Gewässerprobleme sowie drohende Strafen der EU hin. In den Gebieten mit Überschüssen solle die Gülle vor Ort künftig durch neue Trocknungs-Verfahren so aufbereitet werden, „dass wir nicht Wasser in Gebiete mit Nährstoffdefiziten transportieren müssen“. Sie hoffe, dass künftig bei optimierter Nährstoffverteilung in Regionen mit wenig Tierhaltung mehr Wirtschaftsdünger und weniger Mineraldünger eingesetzt wird.

Ökologie und Ökonomie

„Wir wollen Verbundprojekte zur Energiegewinnung aus Blühpflanzen sehr positiv begleiten“, ging Barbara Otte-Kinast auf eine Frage von Fritz Mithöfer nach Fördermöglichkeiten ein. Den „neuen angenehmen Tonfall aus dem niedersächsischen Agrarressort“, lobte Landwirt Arnold Wessling, der sich über den „Abbau von Bürokratie-Willkür und Kontrollwut bis zum letzten Quadratmeter“ freute.

Ein weiteres Thema in ihrem Vortrag war die „Fleischkennzeichnung nach Haltungsbedingungen“, die sie prinzipiell befürwortete. Es könne auch ein tierfreundliches Leitbild für Ställe entwickelt werden, bei dem allerdings die Wirtschaftlichkeit langfristig garantiert sein müsse, gab sie einen Denkanstoß.

Den „Einklang von Ökologie und Ökonomie“, die „Verbesserung des Miteinanders“ und einen „fruchtbaren gesellschaftlichen Dialog“ nannte Otte-Kinast als Ziele ihrer politischen Arbeit. Die an den Rand gedrängten Landwirte sollten wieder in die Mitte der Gesellschaft gerückt werden.

Die Meller Landfrauen-Vorsitzende Kathrin Möntmann bedankte sich bei der Referentin mit einem regionalen Kochbuch. Ebenso richtete sie ihren Dank an die Landfrauen aus Buer, von denen die Initiative zu der Veranstaltung ausgegangen war.