Viele fahren ins benachbarte NRW Über 9000 Meller pendeln jeden Morgen zur Arbeit

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Tausende Arbeitnehmer stürzen sich morgens in den Berufsverkehr. Immer mehr Menschen müssen weitere Anfahrtswege zu ihrer Arbeitsstelle in Kauf nehmen. Foto: Patrick Seeger/dpaTausende Arbeitnehmer stürzen sich morgens in den Berufsverkehr. Immer mehr Menschen müssen weitere Anfahrtswege zu ihrer Arbeitsstelle in Kauf nehmen. Foto: Patrick Seeger/dpa

Melle. Jeden Morgen sitzen mehrere tausend Menschen auf dem Fahrrad, im Auto, Bus oder Zug, um zur Arbeit nach Melle zu fahren. Ebenso pendeln 9416 Arbeitnehmer aus dem Grönegau in Richtung Osnabrück, in Gemeinden des Landkreises Osnabrück, ins benachbarte NRW oder andere Städte Deutschlands. Auffällig ist, dass laut Statistik der Bundesagentur für Arbeit viel mehr Männer einpendeln als Frauen. Allerdings pendeln doppelt so viele Frauen aus Melle raus als rein.

Mit 1276 Betrieben zählt die Stadt viele Arbeitgeber, die nicht nur für Arbeitnehmer aus Melle interessant sind. „Wir haben hier eine gute Struktur mit vielen kleinen Betrieben, sodass Melle auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten gut klarkommen würde“, sagt Wirtschaftsförderer Hartwig Grobe über die heimische Wirtschaft. Als „Top Standort“ bezeichnete er den Grönegau. Das erklärt auch das ausgeglichene Verhältnis von Arbeitnehmern, die in Melle wohnen und vor Ort arbeiten. Von 19310 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, die in Melle wohnen, arbeiten nämlich 9894 in ihrer Heimatstadt. 9416 pendeln raus aus Melle. In anderen Kommunen im Landkreis Osnabrück sieht das anders aus. Zum Vergleich: In Georgsmarienhütte arbeiten nur 4181 Menschen an ihrem Wohnort, 8975 müssen jedoch aus GmHütte in andere Orte zur Arbeit pendeln.

Auspendler zieht es nach NRW

Die Unternehmen in Melle beschäftigen 18556 sozialversicherungspflichtige Frauen und Männer: 9894 Arbeitnehmer, die in Melle wohnen, und 8662 Arbeitnehmer, die nach Melle einpendeln. Die Auspendler zieht es vor allem ins benachbarte NRW. Zum Stichtag der statistischen Erhebung am 30. Juni 2017 sind es 4574 Frauen und Männer, die zur Arbeit von Melle in Gemeinden und Städte in NRW fahren. Dabei liegen die angrenzenden Orte direkt hinter der Stadt- und Landesgrenze in der Statistik weit vorn. In den Kreis Herford mit den Städten Bünde, Löhne, Spenge, Herford und Vlotho pendeln 1725 Menschen. Allerdings kommen 2170 Arbeitnehmer aus diesem Kreis nach Melle zur Arbeit.

In niedersächsische Gemeinden pendeln 4414 Meller, viele von ihnen in die Kommunen des Landkreises Osnabrück. Über den Berg nach Bad Essen fahren 315 Arbeitnehmer, und nach Bissendorf 350. 322 Frauen und Männer pendeln nach GmHütte und 289 nach Dissen.

Jeden Tag pendeln tausende Menschen von und nach Melle zur Arbeit. Grafik: NOZ/Sascha Nabrotzky.

Auffällig ist die Diskrepanz zwischen Frauen und Männern, die für ihre Arbeit nach Melle oder hinaus pendeln. Während 6280 Männer zur Arbeit nach Melle fahren, sind es nur 2382 Frauen. Allerdings müssen sehr viele Frauen Melle verlassen, um zu ihrem Arbeitsort zu kommen: 4213 im Vergleich zu 5203 Männern. Eine Erklärung für diesen Unterschied gibt es nicht. Wirtschaftförderer Hartwig Grobe vermutet, dass die Arbeitsplätze, die Melle als Industriestadt bietet, tendenziell eher Männer ansprechen als Frauen. Allerdings begegnen ihm in Meller Unternehmen auch in den ehemals klassischen Männerdomänen immer mehr Frauen.


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