Zum 9. Mal im Forum Schürzenjäger rocken Melle mit Drum-Solo und Welle

Von Christina Wiesmann


Melle. Es ist warm am Samstagabend im Forum. Zahlreiche Fans sind gekommen, um die Schürzenjäger zu sehen. „Das ist wirklich allererste Sahne hier und live sind die Jäger einfach grandios“, schwärmt mir ein Fan vor Konzertbeginn mit glückseligem Lächeln vor. Er ist aus Hessen angereist, hat viele Kilometer mit dem Auto zurückgelegt, um beim Kult-Konzert im Grönegau dabei zu sein.

Und dabei sind noch viele andere, nicht wenige mit langen Anfahrtswegen aus ganz Deutschland und den Niederlanden. Sie haben schon lang bevor sich die Türen zum Konzert öffnen, davor auf den Einlass gewartet – schließlich sind die Plätze in der ersten Reihe mitunter hart umkämpft.

Pünktlich um 19 Uhr gibt Konzertorganisator Herbert Schürmann dann den Eingang frei, und ich kann gar nicht so schnell gucken, wie die Fans reinstürmen. Sie sichern sich ihren Platz in den ersten Reihen vor der Bühne. Schnell wird mir klar: Zum neunten Konzert der Band wird es im Forum so richtig voll.

Gut gelaunt in Erinnerungen schwelgen

Noch vor Konzertbeginn wird es heiß, kalte Getränke bringen nur eine kurze Erfrischung. Die Temperaturen im Forum lassen die Fans gut gelaunt in Erinnerungen schwelgen. „Fast so heiß, wie damals im Ballsaal“, blickt eine Gruppe Meller Fans an der Theke bei Currywurst und Bier auf die Konzerte in Honerkamps Ballsaal zurück.

In großer Besetzung

Dass es aber noch heißer geht, zeigen die Schürzenjäger, als sie in großer Besetzung mit drei Bläsern die Bühne rocken. Alfred Eberharter jun. am Schlagzeug, Alfred Eberharter sen. an der Ziacha, Sänger Stevy Wilhelm, Bassist Andy Marberger, E-Gitarrist Dennis Tschoeke und Christof von Haniel am Keyboard überzeugen ihre Fans erneut.

Die Stücke vom aktuellen Album „Herzbluat“ können die Fans längst mitsingen. Ihr Fazit zu „Herrschaftszeiten“, Für immer“ oder „Hoamweh“ fällt ohne Kompromisse durchweg positiv aus. Die Texte – bodenständig und so, dass sie zum Nachdenken anregen – sind einfach typisch Schürzenjäger, lautet das einstimmige Credo.

Im Forum wackeln die Wände

Vielfach höre ich am Samstag in der Pause die Begeisterung der Fans über das „absolut geile Konzert“, „die coolen Jungs“ oder „diese super Stimmung“. Ob das noch getoppt werden kann?

Es scheint so. Bassist Andy Marberger lässt mit Rock-Klassikern wie „Summer of 69“ oder „Knockin` on Heaven`s Door“ die Wände im Forum arg wackeln. Einsturzgefahr besteht dann aber beim Drum-Solo von Alfred „Alf“ Eberharter. „Wahnsinn“, finden die die einen – „Das ist nicht zu toppen“, bringen es andere auf den Punkt. Für den beliebten Drummer aus dem Zillertal gibt es ordentlich Beifall, Jubel und begeisterte Fans, die „Oh, wie ist das schön“ singen. Sänger Stevy startet flugs mit dem Publikum die „Melle-Welle“ und ordert für den Bandchef, der an den Drums unüberhörbar alles gegeben hat, erst einmal eine Erfrischung: „Alf braucht noch Bier, er hat leer.“

Wehmut am Ende des Konzerts

Für die Fans vergeht die Zeit auf jeden Fall viel zu schnell. Als „Sierra Madre“ erklingt, liegen sie sich in den Armen, schunkeln und sind ein bisschen wehmütig, weil das Ende des Konzertes naht. Aber die Schürzenjäger lassen sich nicht lumpen. Natürlich gibt es eine dicke Zugabe und obendrein ein Geburtstagsständchen für Brigitte aus Gesmold und Gerhard aus dem baden-württembergischen Kappel-Grafenhausen.

„Wir kommen gerne wieder nach Melle“, verkündet Stevy, als die Band die Bühne verlässt. Und ich sehe, wie sehr sich die Fans von nah und fern über diese Nachricht freuen. Die Meller Konzertorganisatoren Herbert und Petra Schürmann wollen ein zehntes Konzert im Grönegau auf jeden Fall möglich machen. „Gebt uns aber ein bisschen Zeit, es soll schließlich etwas Besonderes werden“, sagt Herbert Schürmann dazu. Gute Nachrichten, die Fans sind ganz aus dem Häuschen. Der Schürzenjäger-Kult in Melle wird also weitergehen.