Teils noch gut erhalten 100 Fundräder warten in Melle auf ihren Besitzer

Von Kirsten Muck


Melle. Sie fristen ein trauriges Dasein. Fast 100 Fahrräder warten in den Kellergewölben der Stadtverwaltung, des Bauhofs und der Bürgerbüros darauf, von ihren Besitzern wieder abgeholt zu werden. Darunter sind Kinderfahrräder, Mountainbikes, Klappräder und diverse Herren- und Damenfahrräder. Einige finden bei der jährlichen Versteigerung einen neuen Besitzer, andere Fundräder wandern auf den Schrottplatz.

Das Herrenrad von Pegasus bräuchte lediglich eine Wäsche und ein bisschen Luft auf den Reifen, dann säh es fast aus wie neu. Franziska Schurat von der Stadtverwaltung – Herrin über die Fundräder – wundert sich immer wieder, wie gut manche Räder noch in Schuss sind, wenn sie im Fundbüro abgegeben werden. Vielleicht wurden diese Räder geklaut und anschließend irgendwo abgestellt, weil sie nicht mehr gebraucht wurden. Einige Drahtesel haben jedoch ihre besten Zeiten schon lange hinter sich. Gerade am Freitagmorgen wurde so ein Rad abgegeben. „Das ist wirklich nicht mehr zu gebrauchen und gehört auf den Schrottplatz. Aber wir müssen es erst einmal ein halbes Jahr aufbewahren, damit der Besitzer eine Chance hat, es zurückzubekommen“, sagt Franziska Schurat.

Fahrrad registrieren lassen

Wer ein Fahrrad findet, gibt es im Fundbüro ab. Franziska Schurat versucht dann, anhand einer Rahmennummer herauszufinden, wem das Rad gehört. Eine Anfrage bei der Polizei hilft oft weiter, wenn ein Rad als gestohlen gemeldet wurde und zudem noch registriert ist. Deshalb rät Schurat auch jedem Fahrradbesitzer, sein Rad bei der Polizei registrieren zu lassen. Kann der Besitzer nicht ermittelt werden, landet das Rad vorerst in den Kellergewölben der Stadtverwaltung oder der Bürgerbüros – je nachdem, wo das Rad gefunden wurde. Ein halbes Jahr lang hat der Besitzer das Recht, sein Fahrrad zurückzufordern. Danach kann der Finder es gegen eine geringe Verwaltungsgebühr, die sich nach dem Schätzwert richtet, in Besitz nehmen. Sollte auch der Finder kein Interesse an dem Drahtesel haben, landet das Rad erst zur Einlagerung im Bauhof und danach in der Versteigerung, die einmal im Jahr stattfindet. „Die Versteigerungen sind immer gut besucht“, berichtet der Sprecher der Stadt, Jürgen Krämer. Junge Familien würde er dort regelmäßig sehen oder auch Mitarbeiter vom Stahlwerk, die für die Jugendlichen gute, gebrauchte Räder erstehen.

Selbst gebautes Tandemrad

Häufig werden Fahrräder auf Parkplätzen, an Bushaltestellen oder Bahnhöfen gefunden, manchmal auch im Maisfeld oder in der Else. 2016 war sogar mal ein selbst gebautes Tandemrad unter den Fundstücken. Im letzten Jahr wurden 99 Fahrräder gefunden und 89 davon versteigert. Seit Beginn des Jahres wurden 13 Fahrräder zum Fundbüro gebracht. In den Vorjahren zählte Franziska Schurat auch schon mal weit über 100 Drahtesel. 2016 waren es 132, 2015 nur 79, 2014 aber sogar 136 und 2013 111 Räder. Insgesamt wurden von 2013 bis 2017 557 Fahrräder gefunden und 335 versteigert. Der Erlös aus den Versteigerungen fließt in den städtischen Haushalt. Die nächste Versteigerung findet übrigens am 15. September statt.

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Bambus,E-Bikes und lange Touren auf zwei Rädern.