Thomas Lanvermeyer ist zurück Deutscher Meister im Armwrestling aus Wellingholzhausen

An dieser Bank absolviert  Thomas Lanvermeyer seine Trainingseinheiten. Foto: Sigrid SprengelmeyerAn dieser Bank absolviert Thomas Lanvermeyer seine Trainingseinheiten. Foto: Sigrid Sprengelmeyer

Wellingholzhausen. Drei Jahre hat Thomas Lanvermeyer nach seinem letzten internationalen Sieg im Armwrestling beim Over The Top Turnier in Wolfsburg pausiert. Diesem Sieg voran gingen seit 2006 fünf Titel als Deutscher Meister. Nun folgte in der Klasse „Rechter Arm bis 100 Kilogramm“ der sechste nationale Titel für den Mann aus Wellingholzhausen.

Im Jahre 2013 erreichte er bei der Weltmeisterschaft in Polen den Titel als Vizeweltmeister. Schon als zehnjähriger Junge hatte Thomas Lanvermeyer eine Leidenschaft, das Armdrücken.

Andere Technik beim Armdrücken

Der Reihe nach forderte er seine Klassenkameraden zum Duell heraus und gewann. Seinen Lehrmeister traf er 2004 in Andre Niemeyer aus Hoyel. Ihn forderte der Wellingholzhausener zum Kampf. Niemeyer, selbst Deutscher Armwrestlingmeister, hatte eine ganz bestimmte Technik, die das Armdrücken vom Armwrestling unterscheidet: Lanvermeyer wurde besiegt.

„Ich fragte ihn, was er anders macht als ich. Während es beim Armdrücken darauf ankommt, den Oberkörper möglichst unbeweglich zu halten, geht er beim Armwrestling, bei Angriff und Gegenangriff mit der Armbewegung mit. Kinn und Handgelenk müssen immer auf einer Position sein. Der Winkel zwischen Ober- und Unterarm sollte so klein wie möglich sein, da es sonst zu einem Kraftverlust kommt,“, erklärt er für den Laien verständlich.

Schnell hatte er die neue Technik verinnerlicht. Er begann seinen Bizeps, seine Handgelenke und seine Unterarme zu trainieren, jeden zweiten Tag ungefähr eine dreiviertel Stunde. Dann zog er erfolgreich von Turnier zu Turnier. Nach einer dreijährigen Pause wurde Anfang dieses Jahres das Turnierfieber wieder entfacht.

Für WM qualifiziert

„Ich wollte wissen, was ich noch kann. Nahm mein Training wieder auf und drei Kilogramm ab, um im April in Hanau bei der Deutschen Meisterschaft, in der 90 Kilogramm Gewichtsklasse zu starten“, berichtet er lächelnd. Die Freude, wieder gegen seine alten Konkurrenten zu starten, wurde allerdings getrübt, da sie alle eine Gewichtsklasse über ihm antraten. Kurzerhand entschied er, mit elf Kilo Untergewicht, sich eine Klasse höher zu duellieren. 15 starke Männer, unter ihnen auch die Armwrestlinglegende Andre Riske aus Frankfurt/Oder, waren bereit gegeneinander anzutreten.

„Den ersten Kampf gegen Andre Riske habe ich sofort gewonnen und ich wusste, da geht heut was“, erzählte Lanvermeyer. Riske, der seinem Kontrahenten den Sieg von Herzen gönnte, sagte anerkennend: „Donnerwetter, was geht bei dir heute“.

Ungeschlagen ging Thomas Lanvermeyer ins Finale und besiegte dort ein zweites Mal Andre Riske und trug den Meistertitel und die Qualifizierung zu Weltmeisterschaft in Antalya nach Hause. Aber nicht nur Thomas Lanvermeyer hat sich dem Armwrestling verschrieben, sondern auch sein 15-jähriger Sohn Silas trainiert täglich und fordert seine Schulkameraden heraus, ebenso wie sein Vater es in seiner Jugend tat.

Anders ist es bei Tochter Jette: Sie wird von ihren Freundinnen aufgefordert, sich mit ihnen zu duellieren. Gern lässt sie sich drauf ein und zeigt ihnen, dass sie kaum eine Chance gegen sie haben.