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12.04.2018, 18:45 Uhr KOMMENTAR

Orthopädietechniker suchen in Melle Nachwuchs

Kommentar von Kirsten Muck

Damit das Metallscharnier an der Prothese nicht mehr sichtbar ist, zieht der Orthopädietechniker eine elastische Außenhaut über das Metall, das den Fuß mit dem Schaft verbindet. Foto: Kirsten MuckDamit das Metallscharnier an der Prothese nicht mehr sichtbar ist, zieht der Orthopädietechniker eine elastische Außenhaut über das Metall, das den Fuß mit dem Schaft verbindet. Foto: Kirsten Muck

Melle. Damit Kinder und Erwachsene mit Fehlbildungen in den Gliedmaßen ihre Beweglichkeit zurückgewinnen, benötigen sie Prothesen oder Orthesen. Diese werden von Orthopädietechnikern angefertigt. Der Beruf ist anspruchsvoll und vielseitig. Er erfordert handwerkliches Geschick und Einfühlungsvermögen mit den Patienten. Doch nur wenige junge Schulabgänger entscheiden sich für diesen Beruf, obwohl er eine Zukunft hat.

Die Orthopädietechnik ist heutzutage so ausgefeilt, dass schon ganz kleinen Patienten mit einer Prothese geholfen werden kann. Doch für die Spezialanfertigungen benötigen die Techniker eine Menge Know-how und handwerkliches Geschick. Obwohl ihr Beruf so anspruchsvoll und vielfältig ist, ist die Entlohnung eher mau. Sie schwankt zwischen 1800 und 2800 Euro brutto. Wer wie viel verdient, hängt vom eigenen Verhandlungsgeschick ab. Denn einen einheitlichen Tarifvertrag gibt es in der Branche nicht. Es fehlt eine Lobby, die den Orthopädietechnikern Gehör verschafft. Die wäre sicherlich nötig, da auch die Techniker unter Nachwuchsproblemen leiden. Dabei ist die Orthopädie- und Rehatechnik ein Arbeitsfeld mit Zukunft. Und dort werden künftig fähige und engagierte Leute gebraucht.


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