Beitrag für die Sendung Visite NDR-Team filmt Seniorentanzgruppe in Gesmold

Von Kirsten Muck


Gesmold. Aufregung unter den Senioren: NDR-Moderatorin Vera Cordes ist mit ihrem Team zu Gast in Gesmold und schaut den Senioren genau auf die Füße. Für ihre Sendung mit dem Thema „Tanzen hält gesund“ besucht sie die Seniorentanzgruppe unter der Leitung von Elke Beyling. Eine Tänzerin aus dem Kurs hatte die Visite-Redaktion angeschrieben und sich gewünscht, dass Vera Cordes sich mal in Melle davon überzeugt, wie gesund doch das Tanzen ist. Am Dienstag, 17. April, wird die Sendung mit Meller Beteiligung um 20.15 Uhr ausgestrahlt.

„Wir haben ja gar nicht damit gerechnet, dass wir ausgesucht werden“, berichtet Elke Beyling, während hinter ihr im Gemeinschaftsraum des SV Viktoria Gesmold die Kameraleute, der Tontechniker und die Autorin Madlen Zeller Tänzer interviewen. Seit 20 Jahren leitet sie die Seniorentanzgruppe, bringt den rüstigen Frauen und Männer internationale Folklore-Tänze, Line Dance, Square Dance und Volkstänze bei. Jeder macht mit, wie er kann. Die einen hüpfen beim Rock‘n Roll schon mal ein bisschen, die anderen gehen brav die Schritte ab. „Wichtig ist nur die Freude an der Musik und am Rhythmus“, betont die Tänzerin. Dass die Senioren ganz nebenbei ihre Koordination, Balance und Konzentration schulen, ist ein schöner Nebeneffekt.

Positive Effekte

„Man lernt ja nicht so leicht einen neuen Tanz“, gibt Moderatorin Vera Cordes zu. „Aber ich habe rechts und links von mir zwei Männer gehabt, die mir die Schritte zugeflüstert haben.“ Musik, glaubt Cordes, spreche jeden Menschen an. Deshalb sei das Tanzen auch für so viele Menschen interessant. Und welche positiven Effekte das Tanzen auf Körper und Geist haben, zeigt Cordes am 17. April in ihrer Sendung Visite.

Beim Tanzen verschwinden die Sorgen

Für Anni Stieve ist das Tanzen ihre Auszeit vom Alltag. „Wenn man tanzt, verschwinden alle Sorgen“, sagt die 80-Jährige. Vor 20 Jahren hat sie mit ihrem Mann und einem befreundeten Ehepaar die Tanzgruppe ins Leben gerufen. Mittlerweile schwingen nicht nur Gesmolder in der Gruppe ihre Hüften. Die Tänzer kommen aus allen Stadtteilen, einige sogar aus Halle und Hagen a.T.W. „Ohne Tanzen fehlt etwas“, sagt Anni Stieve. Das kann Manfred Kloweit-Herrmann bestätigen. „Wenn man sich so in den Rhythmus reinfallen lassen kann, hat das fast etwas Meditatives“, sagt er.

Muskelkater inklusive

Auch Werner Wiek liebt das Tanzen. Der 79-Jährige fährt mit seiner Frau aus Hagen nach Gesmold, um in dieser geselligen, herzlichen Runde das Tanzbein zu schwingen. Früher hat er selbst Tanzgruppen geleitet, nun lässt er sich anleiten. Warum so viele Männer Tanzmuffel sind, kann er gar nicht erklären. „Da muss man Körper und Geist anstrengen. Das hält frisch und jung“, meint er. Und manchmal gehen die Tänzer sogar mit Muskelkater nach Hause. „Als ich das erste Mal hier war, habe ich das schon gemerkt, dass ich andere Muskeln beansprucht habe“, erzählt Ursula von Bistram. Sie gehört mit ihren 63 Jahren zu den jüngeren Tänzern in der Gruppe. Einige sind auch schon über 80.

Do sa do und Grand Square

Eine Stunde lang zeigen die Senioren und Elke Beyling dem Fernsehteam verschiedene Tänze. Die Moderatorin macht begeistert mit. Nach einer Pause steht noch der Square Dance auf dem Programm. Routiniert tanzen die Frauen und Männer die verschiedensten Figuren: Do sa do, Swing, Grand Square, Forward and Back. Mittendrin immer Vera Cordes, die aufmerksam den Anweisungen von Elke Beyling folgt und souverän die Figuren tanzt. Für den anschließenden Rock‘n Roll schlüpft sie vorsichtshalber in weiße Turnschuhe, um besser hüpfen zu können. „Mit dem Hüpfen kann man die Unsicherheiten vertuschen“, stellt sie lachend fest. „Ist doch egal“, sagt eine Tänzerin, „Hauptsache es macht Spaß.“