Flüchtlingen fehlt oft Nachweis Mehr als 300 Menschen in Melle können Nationalität nicht belegen

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In Melle leben mehr als 300 Menschen, die ihre Nationalität nicht belegen können. Foto: Colourbox.deIn Melle leben mehr als 300 Menschen, die ihre Nationalität nicht belegen können. Foto: Colourbox.de

Melle. Derzeit sind mehr als 300 Menschen in der Stadt Melle registriert, die ihre Nationalität nicht belegen können. Warum ist das so?

Menschen aus rund 100 Ländern leben in Melle. Doch nicht alle können ihre Nationalität nachweisen. Im Melderegister der Stadt würden Angaben zur Staatsangehörigkeit nur dann gespeichert, wenn die Personen diese etwa durch Urkunden oder Pässe belegen könnten, erklärt Jürgen Krämer als Sprecher der Stadt. Das können offenbar nicht alle Einwohner. Vor allem bei Flüchtlingen fehlten häufig entsprechende Nachweise. Können die Eltern ihre Nationalität nicht dokumentieren, dann bleibe auch die Registrierung einer Staatsangehörigkeit der hierzulande geborenen Kinder aus, erläuterte Krämer.

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Aktuell seien in der Stadt Melle 316 Menschen registriert, deren Nationalität nicht belegt werden kann. Eine Zahl, die schwankt, aber schon seit geraumer Zeit in dieser Größenordnung liegt. Ende Februar waren es beispielsweise 315 Personen. Bei solchen Fällen fordere die Stadt Melle die betroffenen Personen auf, entsprechende Unterlagen vorzulegen. Wie Krämer mitteilte, stünde die Stadt gerade bei Flüchtlingen mit dem Landkreis Osnabrück als zuständiger Ausländerbehörde im Informationsaustausch. Sei dort die Staatsangehörigkeit nachgewiesen, dann übernehme auch die Stadt Melle die Daten. Die Nationalität werde auch nachgetragen, wenn es einen entsprechenden Eintrag im Ankunftsnachweis im Ausländerzentralregister (AZR) gebe. Das AZR ist eine Datenbank, in der das Bundesverwaltungsamt personenbezogene Daten von Ausländern speichert. Allerdings: Nach Angaben des Bundesministeriums für Migration und Flüchtlingen (Bamf) aus dem Jahr 2016 legen nur rund 40 Prozent der Asylsuchenden bei Asylantragstellung ein Identifikationsdokument vor.

Wie lange in Melle die Ermittlung der Nationalitäten von Personen mit zunächst unvollständigen Dokumenten im Regelfall dauere, dazu kann die Verwaltung keine Angaben machen. Darüber führe die Stadt keine Statistik, erklärte Krämer. Wer nachweislich einen ausländischen Pass oder Passersatz nicht in zumutbarer Weise erlangen kann, dem können laut Ausländerbehörde in Osnabrück sogenannte Passersatzpapiere ausgestellt werden. Einen Reiseausweis für Flüchtlinge und für Staatenlose erhalten beispielsweise Personen, die als asylberechtigt anerkannt oder denen die Flüchtlingseigenschaften zuerkannt wurden.

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