Monate, Jahre oder Jahrzehnte? So lange dauert es, bis das Dach der St.-Matthäus-Kirche in Melle grün wird

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Das neue Kupferdach der Kirche St. Matthäus in Melle glänzt in der Frühlingssonne. Foto: Karsten GrosserDas neue Kupferdach der Kirche St. Matthäus in Melle glänzt in der Frühlingssonne. Foto: Karsten Grosser

Melle. Nach der Restaurierung des Turms der St.-Matthäus-Kirche in Melle glänzt das neue Kupferdach dieser Tage in der Frühlingssonne. Der Kontrast zum Grün des Daches der nahen St.-Petri-Kirche fällt auf. Wie lange bleibt das so? Wann wird auch St. Matthäus wieder grün?

Hubert Ronne, der als Bauingenieur die Sanierungsarbeiten an der St.-Matthäus-Kirche in Melle begleitete, ist sich sicher, dass der Glanz des neuen Kirchendachs schon innerhalb eines Jahres nachlassen wird. Chemische Prozesse würden das Metall stumpf werden lassen. Aber schon grün? Das noch nicht. Die schützende Oxidschicht, die sich unter Einwirkung von Luftinhaltsstoffen und Feuchtigkeit bildet, nimmt zunächst eine bräunliche Färbung an, die mit der Zeit immer dunkler und dann anthrazitfarben wird.

Ein Prozess, der Jahrzehnte dauern wird

Ehe das kupfertypische Patina-Grün erscheint, dürften Jahrzehnte vergehen. „50 bis 60 Jahre“, schätzt Ronne. Auf 30 bis 40 Jahre beziffert Peter Vor dem Berge die Zeitspanne. Früher sei es wegen der schlechteren Luft und des sauren Regens schneller gegangen, erklärt der Fachmann beim Kupferhersteller und Lieferanten KME in Osnabrück. Eine genauere Angabe scheint indes schwierig, denn die Verfärbung hängt allgemein von mehreren Einflussfaktoren ab – etwa von der Niederschlagsmenge und dem Neigungswinkel des Daches. Je steiler das Dach, desto länger dauert es, ehe die Korrosionsprozesse das Grün hervorzaubern. Senkrechte oder geschützte Seiten können auch schwarz bleiben statt grün zu werden.

Im Hintergrund glänzt das neue Kupferdach der Kirche St. Matthäus in Melle. Es wird Jahrzehnte dauern, ehe es eine Patina wie das Dach der Kirche St. Petri (Vordergrund) ansetzt Foto: Karsten Grosser

Um die Patina-Bildung zu beschleunigen, gibt es die Möglichkeit, das Kupfer zu behandeln. Das sei beim Dach der St.-Matthäus-Kirche mit seiner 400 Quadratmeter großen Kupferfläche aber nicht passiert, erklärt Ronne. Einerseits habe man so Geld gespart, andererseits sei ein solches Grün in seinen Augen auch nicht so schön wie eine natürliche Patina.


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