Jetzt fehlen nur noch die Mieter Stadt installiert ein Schwalbenhotel in Riemsloh

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Binnen einer halben Stunde war das Schwalbenhotel in Riemsloh aufgebaut: Udo Niemann vom Tiefbauamt kletterte in den Hubsteiger und installierte die Kunstnester, nachdem das Fundament bereits aufgestellt worden war. Foto: Simone GraweBinnen einer halben Stunde war das Schwalbenhotel in Riemsloh aufgebaut: Udo Niemann vom Tiefbauamt kletterte in den Hubsteiger und installierte die Kunstnester, nachdem das Fundament bereits aufgestellt worden war. Foto: Simone Grawe

Riemsloh. Das Haus ist fertig, jetzt fehlen nur noch die Mieter: Auf der Grünfläche gegenüber der neuen Bushaltestelle „Post“ in Riemsloh haben Mitarbeiter aus dem Tiefbauamt ein Schwalbennest aufgestellt.

Jetzt hoffen das Umweltamt und die Stiftung für Ornithologie und Naturschutz (SON), dass alsbald „Mieter“ in die neue Wohnung einziehen mögen.

Ausgleichsmaßnahme

Das Schwalbenhotel steht auf einem ungefähr 5,5 Meter hohen Stahlmasten und ist mit 64 Kunstnestern und einem Unterschlupf für Fledermäuse ausgestattet. Das Schwalbenhotel ist eine Ausgleichsmaßnahme des Artenschutzes im Zusammenhang mit dem Bebauungsplan Ortskern Riemsloh.

„Die Nester der Mehlschwalbe sind ganzjährig geschützt und müssen ersetzt werden, wenn eine Beseitigung im Rahmen von Baumaßnahmen zu erwarten oder nicht zu vermeiden ist“, erläutert der Umweltbeauftragte der Stadt, Torben Fuchs. So zählen zu den Baumaßnahmen nicht nur Neubauten, sondern auch alle Sanierungs- und Abrissarbeiten.

Die SON hatte zuvor mögliche Standorte in Riemsloh untersucht und letztlich den Bereich an der Bushaltestelle als den am besten geeigneten für das Schwalbenhotel ausgesucht: „Ausschlaggebend für die Wahl des Standortes war neben besetzten Mehlschwalbennestern in der Nachbarschaft auch ein freier Anflug mit möglichst niedrigen Gehölzstrukturen in der Umgebung“, erklärt Volker Tiemeyer, Vorstandsmitglied der SON.

Das Schwalbenhotel wurde in Hessen gefertigt und soll dazu beitragen, dass die Mehlschwalbe als sogenannter Kulturfolger auch zukünftig in Riemsloh als Brutvogel beobachtet werden kann. Der vor zwei Jahren ermittelte Bestand von rund 50 besetzten Nestern im Ortskern von Riemsloh ist ein kümmerlicher Rest eines ehemals häufigen Brutvogels. Das soll sich nun mit der neuen Nistmöglichkeit ändern.

Blühflächen ebenfalls geplant

„In etwa drei bis vier Wochen werden die Mehlschwalben aus ihren afrikanischen Winterquartieren zurückerwartet“, berichtet Stadtsprecher Jürgen Krämer. Die Hoffnung ist groß, dass die Mehlschwalben das Wohnraumangebot annehmen werden.

Durch die geplante Nachverdichtung im Zuge der Bebauungsplanänderung gehen auch Nahrungsflächen für die wendigen Insektenjäger verloren, führt Torben Fuchs aus: „Dem Verlust von Nahrungsflächen begegnen wir dadurch, dass wir öffentliche Grünflächen mit Blühflächen und einheimischen Gehölzen naturnah gestalten. Als Nebeneffekt erhoffen wir uns, dass wir dadurch den Pflegeaufwand insgesamt verringern und so eine Win-win-Situation erzeugen. Für die Anlage der Blühfläche hat die Stadt den Verein „Umweltschutz und Lebenshilfe“ um Kai Behncke gewinnen können.


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