Grönenbergschule für „Aktion Tagwerk“ Ein Tag für Afrika mitten in Melle

Von Martina Ewert

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Melle. Die Grönenbergschule engagiert sich zum 7. Mal für „Aktion Tagwerk“. Am Montagvormittag kamen Kinder der dritten Klassen zusammen, um zu erfahren, wie die Schüler Kindern in Afrika helfen können.

„Buftis“ nennt man landläufig ehrenamtliche Mitarbeiter, die am Bundesfreiwilligendienst teilnehmen. Wie Janis Heinz und Marie Christ, beide 19 Jahre alt. Im Anschluss an die Abiturprüfungen in 2017 haben sie sich entschlossen, „Aktion Tagwerk“ zu unterstützen.

Erfahrungen in Afrika

Sie reisten nach Ruanda, erfuhren hautnah, wie Kinder dort leben. Und erzählten nun den Drittklässlern der Grönenbergschule von gleichaltrigen Kindern auf einem anderen Kontinent, schilderten lebensnah und anschaulich, wie Kinder dort leben und wohnen.

Die Afrikareise mit Janis und Marie begann in Ruanda. Die Beiden erzählen von dem Land: Dass dort Gorillas leben und Bananen wachsen statt Weizen und Mais wie im Grönegau. Und dass der Schulbesuch zwar wie hier kostenlos sei – aber viele Eltern das Geld für die schlichte Schuluniform nicht aufbringen können und hieran oftmals der Schulbesuch scheitert. Etwa die Hälfte der Kinder bricht die Schule ab, da es überlebensnotwendig ist, für den Lebensunterhalt zu sorgen.

Aufgezeigt wurde beispielhaft das Schicksal von Kinderfamilien. Die beiden Buftis erzählten von Amos aus Ruanda, dem ältesten Sohn einer Familie ohne Eltern. Er sorgt allein für seine Geschwister. Aber jedes seiner Geschwister hat hier feste Aufgaben, muss schon in jungen Jahren mitarbeiten. Gebannt hören die Grundschüler zu, dank der Fotos erhält das Schicksal der Kinderfamilie ein Gesicht.

Integrationsprojekte

Die Reise geht weiter nach Simbabwe, ein weniger grünes Land als Ruanda, karg und wasserarm. Keith, ein Junge von etwa zehn Jahren, sitzt im Rollstuhl. Integrationsprojekte in Schulen werden hier unterstützt. Milton ist taubstumm, notwendig ist hier, dass auch seine Mutter und Lehrerin in der Gebärdensprache unterrichtet werden. Dies unterstützt die „Aktion Tagwerk“.

In Burkina Faso, ein weiteres Schwerpunktland des Vereins, wird Baumwolle angebaut. Was das sei? „So ein komischer Stoff, aus dem T-Shirts gemacht werden“, ist es für die Schüler. Sie lernen, dass es eine Pflanze ist. Und dass viele Familien diese Pflanze anbauen, aber zu wenig Geld haben, um Maschinen anschaffen zu können. Also müssen die Kinder schon früh mitarbeiten, weil das Geld fehlt. In sogenannten Brückenschulen können Kinder, die aufgrund der Feldarbeit nicht in die Schule gehen konnten, Schulzeit nachholen und einen Abschluss erreichen. Wichtig ist dem Verein, dass in den Schulen ebenso ein kostenfreies Mittagessen angeboten wird.

Schulgeld kostet 17 Euro

Nach der Afrikareise auf dem fernen Kontinent merkt man den Schülern an, wie sie wieder ankommen. Was geschieht mit dem Geld, das wir erwirtschaften? Wie kann ein Meller Kind in Afrika helfen? Hier werden Beispiele aufgezeigt: Für fünf Euro kann Saatgut (Möhren, Salat, etc.) für ein Jahr gekauft werden, Gemüse, das eine Kinderfamilie ernährt. 17 Euro kostet das Schulgeld für ein Jahr eines Kindes in einer Brückenschule. Auch vermeintlich wenig kann viel bewirken.

Gemeinsam werden Pläne geschmiedet. „Was können wir tun, um Geld zu verdienen?“ - überlegen die Kinder. Pfandflaschen sammeln, Kuchen verkaufen oder einen Spendenlauf organisieren. Hilfsdienste, kleine Handreichungen im Familienkreis, die entlohnt werden. Die Motivation ist groß, freiwillig einen Tag lang zu arbeiten und den Erlös „Dein Tag für Afrika“ zu spenden. Der bundesweite Aktionstag der Kampagne „Dein Tag für Afrika“ findet am 19. Juni statt. Unternehmen und Betriebe können dieses Engagement unterstützen, indem sie ihre Türen für Schülerinnen und Schüler öffnen, Freunde und Bekannte offen für Hilfsangebote der Schüler sind. Gemeinsames Ziel ist es, die Bildungssituation vieler Kinder und Jugendlicher in Afrika zu verbessern.


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