Polizei legt Unfallstatistik vor Bilanz für Melle: Mehr Unfälle, mehr Tote, mehr Rempler

Von Simone Grawe

Traurige Bilanz: Die Polizei verzeichnete im Bereich Melle, Bissendorf und Belm drei Verkehrstote, besonders tragisch war der Tod eines Schülers aus Gesmold. Symbolfoto: dpaTraurige Bilanz: Die Polizei verzeichnete im Bereich Melle, Bissendorf und Belm drei Verkehrstote, besonders tragisch war der Tod eines Schülers aus Gesmold. Symbolfoto: dpa

Melle. Wesentlich mehr Verkehrsunfälle als im Vorjahr, mehr Verkehrstote, mehr Wildunfälle und auch mehr Unfallfluchten: Die Zahlen der Unfallstatistik der Meller Polizei gehen deutlich nach oben.

„Die Gesamtzahl der Unfälle ist von 1493 auf 1660 im Jahr 2017 angestiegen“, berichtet Oliver Maßmann, Leiter des Einsatz- und Streifendienstes der Meller Polizei, die auch für Bissendorf und Belm zuständig ist, mit Blick auf die Unfallstatistik des vergangenen Jahres.

„Tödliche Unfälle sind besonders tragisch, aber dieser eine Fall ragt besonders heraus “, äußert sich Oliver Maßmann im Rückblick auf den tragischen Tod eines 16-jährigen Schülers aus Gesmold, der nach der Gesmolder Kirmes die A30 überqueren wollte und dabei von einem Wagen erfasst und tödlich verletzt worden war.

Mehr Baumunfälle

Ein weiteres Todesopfer forderte ein Unfall auf der Redecker Straße, wo eine 28-jährige Frau von der Fahrbahn geriet, gegen einen Baum prallte und noch an der Unfallstelle verstarb. In Belm wurde eine 87-jährige Frau von einem Pkw erfasst und getötet, als sie in der Morgendämmerung die B51 überqueren wollte, beschreibt der Einsatzleiter die Geschehnisse.

Eine deutliche Steigerung verzeichnete die Polizei bei den Schwerverletzten, deren Zahl von 46 in 2016 auf 65 im darauffolgenden Jahr kletterte. Hingegen blieb die Zahl der Leichtverletzten mit 220 gegenüber 221 nahezu konstant. Immens gestiegen sind dagegen die Baumunfälle von 27 in 2016 auf 46 im Folgejahr.

Wieder mehr Unfallfluchten

Weitaus höher als im Vorjahr ist auch die Zahl der Unfallfluchten, die von 331 auf 397 anstieg: „Offenbar haben die Fahrer Angst, in der Versicherung hochgestuft zu werden, oder sie bemerken einen kleinen Rempler nicht“, kommentiert Oliver Maßmann.

80 Kradfahrer verunglückten

Die Zahl der Unfälle, in denen Radfahrer verwickelt waren, ging erfreulicherweise leicht zurück, und zwar von 98 auf 89. Leicht gestiegen ist allerdings die Zahl der Radfahrer, die schwer verletzt wurden. Hier registrierte die Polizei in Melle, Bissendorf und Belm 15 gegenüber elf Fälle im Vorjahr.

Die Zahl der Unfälle, an denen Kradfahrer beteiligt waren, lag bei 80 im gesamten Kommissariatsbereich, im Jahr zuvor waren es 55.

Einen unrühmlichen Aufwärtstrend gibt es auch bei den Unfällen, bei denen Alkohol mit im Spiel war. Deren Zahl stieg von 34 auf 36, während bei allgemeinen Verkehrskontrollen 71 Blutproben entnommen wurden gegenüber 62 im Jahr zuvor.

Kiffen und Autofahren? Für die Ordnungshüter ein schwieriges Feld: Sechs Fahrer verursachten einen Unfall unter Drogen- oder Medikamenteneinfluss, einer mehr als 2016. Die Zahl derer, die unter Drogeneinfluss kontrolliert wurden, stieg von 65 auf 115 (!) an.

Wieder mehr Wildunfälle

Was den Beamten zu denken gibt: Die Wirkung von Medikamenten und deren Wechsel- und Nebenwirkungen werde oftmals unterschätzt, gerade bei älteren Menschen.

Erneut auf hohem Niveau bewegt sich die Zahl der Wildunfälle, die von 290 auf 302 angestiegen ist.

Hauptunfallursachen sind nach Worten von Oliver Maßmann Missachtung der Vorfahrt (140 Fälle), zu hohe Geschwindigkeit (130 Fälle), zu geringer Abstand (113 Fälle), Fehler beim Abbiegen (44 Fälle) und Fahren unter Alkoholeinfluss (36 Fälle).

„Allein im Stadtgebiet von Melle sind 1000 Unfälle passiert; ein Indiz dafür, dass mehr Fehler auftreten, wenn viel Verkehr herrscht“, lautet das Fazit von Oliver Maßmann.