Kriminalstatistik 2017 Weniger Straftaten in Melle, aber mehr Rauschgiftdelikte

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Kokain aus einem großen Kokainfund: Die Zahl der Rauschgiftdelikte ist 2017 in Melle gestiegen. Foto: dpaKokain aus einem großen Kokainfund: Die Zahl der Rauschgiftdelikte ist 2017 in Melle gestiegen. Foto: dpa

Melle. Deutlich weniger Straftaten, eine höhere Aufklärungsquote, aber 30 Prozent mehr Diebstähle aus Warenhäusern und deutlich mehr Rauschgiftdelikte: Die Kriminalstatistik der Meller Polizei, die auch für Belm und Bissendorf zuständig ist, zeigt für 2017 ein vielschichtiges Bild.

„Gibt es weniger Straftaten, dann können die Beamten auch intensiver ermitteln,“ betonte der Leiter des Kriminalermittlungsdienstes, Peter Kleinfeld, mit Blick auf die guten Nachrichten. Dank einer tollen Teamleitung zwischen Einsatz- und Streifendienst und der Sachbearbeitung konnte die Aufklärungsquote um fast zwei Prozent auf aktuell 62 Prozent gesteigert werden. Insgesamt haben die Beamten 2591 Fälle bearbeitet, im Jahr zuvor waren es noch 2966.

Einmal mehr einen Schwerpunkt bilden die Rohheitsdelikte. So mussten die Beamten wegen Körperverletzung, Raub und Bedrohung in 405 Fällen ermitteln, das waren 33 weniger als im Vorjahr.

Weniger Körperverletzungen

Die Anzahl der Körperverletzungen ging dabei von 296 auf 267 zurück, die der gefährlichen Körperverletzung sank von 71 auf 52. Zurückgegangen ist auch die Zahl der Übergriffe auf öffentlichen Plätzen, die von 33 auf 19 gesunken ist. Wegen Nötigung mussten die Ordnungshüter 27 Mal einschreiten (gegenüber 41 im Vorjahr), während die Zahl der Bedrohung von 57 auf 73 gestiegen ist.

Im Raubbereich registrierte die Meller Polizei sieben Fälle, bei denen Tankstellen oder Geschäfte überfallen wurden: „Erfreulich ist, dass wir im ganzen Jahr keine sonstigen Raube hatten, und es gab auch keinen Handtaschenraub“, bilanzierte Peter Kleinfeld.

Insgesamt rückläufig ist darüber hinaus die Zahl der Diebstähle, die um 114 Fälle zurückgegangen ist. Deren Gesamtzahl beläuft sich auf 1026 gegenüber 1140 im Jahr 2016. Die Aufklärungsquote konnte auch hier von 33 auf 42 Prozent gesteigert werden.

Die Fälle des schweren Diebstahls verminderten sich um 75 und sanken von 531 auf 356, wobei die Aufklärungsquote von 21 auf 25 Prozent erhöht werden konnte.

Mehr Einbrüche

Allein im gewerblichen Bereich bekamen es die Beamten mit 72 Einbrüchen zu tun; im Vorjahr waren es noch 116 Delikte. Erfreulich: Auch hier stieg die Zahl der aufgeklärten Fälle von 17 auf 23 Prozent. Einen Rückgang gab es auch beim einfachen Diebstahl, wobei hier die Zahl der Fälle um sechs Prozent von 609 auf 570 sank.

„30 Prozent mehr Fälle beim Diebstahl aus Warenhäusern. Hier haben wir es mit organisiertem Verbrechen zu tun. Oftmals kommen die Täter aus Georgien, das sind keine Touristen, sondern Straftäter, die gezielt stehlen“, berichtete Peter Kleinfeld mit Blick auf einen Anstieg der Fallzahlen von 203 auf 262. In diesem Bereich hob er besonders die gute Zusammenarbeit mit „guten Detektiven, aufmerksamen Personal, Staatsanwaltschaft und Gerichten“ hervor. Das Personal lege ein sehr gutes Anzeigeverhalten an den Tag, und die Justiz trage mit beschleunigten Verfahren dafür Sorge, dass die Fälle schnell abgehandelt werden.

Cannabis und Kokain

Daneben ist auch die Zahl der Wohnungseinbrüche zurückgegangen, und zwar von 113 auf 82 Taten bei gleichzeitiger Steigerung der Aufklärungsquote von zehn auf 35 Prozent.

Ebenfalls gesunken ist die Zahl der Tageswohnungseinbrüche von 36 auf 26, wobei die Aufklärungsquote von 13 auf 42 Prozent gesteigert werden konnte. Der Ermittlungsleiter verwies in diesem Zusammenhang auf eine „Bande aus Litauen, die von Osnabrück über Bissendorf und Gesmold nach Melle zieht“.

In Melle, Bissendorf und Belm wird offenbar wieder mehr Rauschgift konsumiert. So stieg die Anzahl der Rauschgiftdelikte von 144 auf 164. Dabei zieht sich der Anstieg quer durch alle Bereiche. Der Cannabis-Konsum stieg demnach von 88 auf 95 Fälle, der von Kokain von elf auf 17 und der der Amphetamine kletterte von 14 auf 20: „Der Einsatz- und Streifendienst ist gezielt Hinweisen nachgegangen; aus Kontrollen entstehen so Verfahren“, sagte Kleinfeld.


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