Geheimnisvolle Wälder in den Jahreszeiten Foto-Ausstellung in der Alten Posthalterei Melle

„Meller Bewaldung“, so lautet der Titel des Werkes und der Ausstellung von Sebastian Olschewski, die in der Alten Posthalterei zu besichtigen ist. Foto: Marita Kammeier„Meller Bewaldung“, so lautet der Titel des Werkes und der Ausstellung von Sebastian Olschewski, die in der Alten Posthalterei zu besichtigen ist. Foto: Marita Kammeier

maka Melle. Der Nebel hüllt die Wälder in geheimnisvolle Lichtspiegelungen. Uralte, prachtvolle Eichen erwecken Respekt und Dankbarkeit. Sensibel und kritisch zugleich dokumentiert der Naturfotograf Sebastian Olschewski den Lebensraum von Bäumen, Pflanzen und Tieren.

In seiner ersten größeren Ausstellung präsentiert der Mediengestalter in der Alten Posthalterei 52 aussagekräftige fotografische Kunstwerke, sorgfältig ausgewählt aus einem Bestand von mehr als 500 Exponaten. Das Motto „Meller Bewaldung - en marche“ (französisch für „etwas in Fahrt bringen“) soll zugleich ein Plädoyer dafür sein, eine Bewaldung in Melle und Umgebung in Gang zu setzen und zu bewahren.

Langjährige Lebenszeit

Farbige und schwarz-weiße Dokumentationen zeigen Nadel- und Laubbäume in allen Jahreszeiten vom winterlichen Schneetreiben bis zum Sommerregen und Herbstnebel. Naturlandschaften mit Frühblühern, Pflanzen des Waldbodens, Wildschweinen und Gewässern offenbaren die Schönheit des Kulturwaldes.

„Grenzen sprengen zwischen Fotografie und Malerei“, so lautet ein Ziel von Sebastian Olschewski. Mit der Kamera auf der Suche nach malerischen Eindrücken entwickelte der Autodidakt eine emotionale Beziehung zu allen Fotografien. Eines seiner Lieblingsbilder ist jedoch der „Winterwald“.

„Die Vielfalt der Künstler und kreativen Köpfe beeindruckt“, betonte die stellvertretende Bürgermeisterin Silke Meier bei der offiziellen Eröffnung. Respektvoll bestaunten die Besucher anschließend das Werk „Upmeyers Eiche“. Die prachtvolle Baumkrone zeugt vom Wert der Bäume mit langjähriger Lebenszeit von mehreren Generationen.

„Das ist nicht selbstverständlich. Dafür müssten wir heute 5400 junge Buchen als Ersatz pflanzen“, zitierte die Kunstsoziologin Roswitha Pentzek in ihrer Einführungsrede aus dem Meller Jahrbuch 2017. Doch es werde noch um Baumbestände gekämpft, wie im aktuellen Fall des Schulwaldes in Bruchmühlen.

Referat über Joseph Beuys

„Im Sommer klingelte es an der Ateliertür, und da stand ein ehemaliger Kunstschüler mit einer schwarzen Mappe.“ Aus dieser Begegnung habe sich neben dem intensiven Austausch über Kunst und Fotografie auch die Ausstellung entwickelt, so berichtete die Mäzenin.

Der ehemalige Realschüler Sebastian hielt bereits im Alter von 13 Jahren ein Referat über den Künstler Joseph Beuys, der vom geschichtlichen Bewusstsein überzeugt war und dies in vielen Aktionen zum Ausdruck brachte. Das beflügelte Olschewski und inspirierte ihn zum Titel der Ausstellung.

„Schauen Sie nach oben zum sogenannten Petersburger Hänger“, ermutigte Roswitha Pentzek die Besucher. Dort hing unter der Tür am Eingang zur Diele, eingerahmt vom Fachwerkgewölbe, eine Vielzahl von Bildern. Die Besucher hielten inne bei den musikalischen Händel-Klängen, gespielt von Ernst Welpinghaus, und ließen die Gedanken schweifen mit Blick auf die Wälder.

Die Ausstellung von Sebastian Olschewski ist noch bis zum 29. April jeweils mittwochs bis samstags von 15 bis 18 Uhr und sonntags von 11.15 bis 18 Uhr in den Räumen der Alten Posthalterei zu sehen.