Urige Stimmung in der Musik-Kneipe Aus „Schnieders Hus“ in Melle-Riemsloh wird „Mylos“

Von Norbert Wiegand


Riemsloh. Aus dem Gasthaus „Schnieders Hus“ wird das „Mylos“. In der kommenden Woche beginnt die Renovierung. Zuvor hatte der neue Betreiber zu einem Musikabend geladen.

„Hier herrscht ja eine Super-Atmosphäre“, freute sich der neue Wirt Ioannis Tsakalos im Gasthaus „Schnieders Hus“ über das gut gelaunte Publikum bei der Jazz- und Blues-Session.

Die erste Begegnung der Riemsloher Musikfreunde mit den neuen Betreibern der Gastronomie wurde zu einem in jeder Hinsicht erfreulichen Abend.

Eröffnung am 26. April

Dabei hatte der Gasthof, der künftig „Mylos“ heißen soll, nach der relativ kurzen Vakanz noch gar nicht eröffnet. Bevor in der nächsten Woche die Renovierung beginnt, hatte die griechische Familie nur für einen Abend für die allmonatliche Jazz- und Blues-Session die Türen aufgeschlossen.

Tsakalos wollte beim Pre-Opening seine Gäste nicht dürsten und hungern lassen und hatte deshalb gleich seine Eltern, seine Schwester und einige weitere Helfer mitgebracht, um die vielen Jazz- und Blues-Freunde zu bedienen, die sich in den Gaststuben, an der Theke und im Flur drängten. Als ersten (noch unvollkommenen) Vorgeschmack auf sein künftiges Angebot an griechischen und auch einigen deutschen Speisen servierte er Spanferkel- und Bratwurstbrötchen.

„Ich werde die Räume nur etwas auffrischen, aber nicht verunstalten“, ging Tsakalos auf seine Pläne ein. Mit der offiziellen Eröffnung könne am 26. April, vielleicht sogar schon am 19. April gerechnet werden, kündigte er unter dem Beifall des Publikums an. „Der neue Pächter bringt eine 30-jährige Gastronomie-Erfahrung mit, deshalb gibt es jetzt berechtigte Hoffnungen auf Beständigkeit“, erklärte Verpächter Carlo Finkemeyer am Rande der Veranstaltung.

Gipsy-Swing und Pop-Klassiker

Tsakalos ist der fünfte Pächter seit der ersten Eröffnung eines Gasthauses im Jahr 1998. Das Gebäude war vorher Werkstatt und Wohnhaus des Riemsloher Schneiders. Erstmals wird es nun nicht mehr „Schnieders Hus“ heißen. Der Abschied von der alten Tradition, die sich im Namen noch verkörperte, löst beim Eigentümer Carlo Finkemeyer keine Wehmut mehr aus: „Die Kunden sind jetzt eine völlig neue Generation und die freuen sich vor allem darüber, dass sie hier ihr Bier trinken können.“

Zur Begrüßung der neuen Wirtsleute gab es einen ausgesprochen stimmungsvollen und vielfältigen Musikabend, den die „Hausband“ Jaywalq mit Gerd Bohrenkämper, Stefan Bonhaus, Claus Leffler, Holger Lumme und Stefan Trippe eröffnete. Acoustic Jazz und Gipsy Swing präsentierten Bernd Kleist am Bass, Dieter Knappe an der Gitarre und Monika Weigel an der „singenden“ Geige. Französische Chansons brachte das Zuckerei-Trio aus Bad Essen mit Sängerin Rita Klinkert auf die Bühne.

Rock- und Popklassiker spielte die Formation Backyard. Viel Beifall gab es für die beiden bemerkenswerten Sängerinnen Iris Winkelmann und Emily Johanning. Für überraschende Momente sorgte das Singer/Songwriter-Duo „Herren mit Haaren“ aus Melle und Bielefeld: In ihren eigenen deutschen Texten ging es um den Zustand der Welt sowie den tiefen Sinn oder auch Unsinn des Lebens.