Blut in der Luft Anja Lange-Huber sorgt für Datenkommunikation

Von Conny Rutsch

Anja Lange-Huber sorgt für Datenkommunikation zwischen Mallorca und Deutschland. Foto: Conny RutschAnja Lange-Huber sorgt für Datenkommunikation zwischen Mallorca und Deutschland. Foto: Conny Rutsch

Melle. Wenn in Hannover Flugzeuge aus Mallorca landen, haben sie beinahe täglich Blutproben an Bord und das auf Initiative von Anja Lange-Huber aus Westerhausen. Und warum das?

Oldendorf. Für diese ungewöhnliche Geschichte erzählt die Geschäftsführerin von @l-DATA, der Firma für Datenkommunikation in der Arztpraxis, ihre spannende Geschichte.

Gelernt hat Anja Lange-Huber den Beruf der medizinischen Fachangestellten, war also als Arzthelferin mit den medizinischen Fachprogrammen der Computer in Arztpraxen bestens vertraut. Als einer dieser Softwarehersteller sie für Support, Schulung und später auch den Vertrieb einstellte, fühlte sie sich in ihrem Element und machte sich selbstständig. Später folgte ein Studium zur Vertriebsingenieurin.

Neben dem Angebot von Dienstleistungen in den Bereichen Medizintechnik, Arztinformationsystemen, Spracherkennung und Individualprogrammierung stattet ihre Firma inzwischen auch deutsche Arztpraxen auf Mallorca aus. Und hier landete Anja Lange-Huber dann einen Volltreffer.

Lange Wartezeiten

Auf der spanischen Lieblingsinsel vieler Deutscher ist die Blutabnahme in Arztpraxen am Ort nicht üblich. Wenn also ein Patient eine dringende Blutuntersuchung benötigt, weil er Diabetiker oder „Marcumar“-Patient ist, muss er zur Blutabnahme ins Krankenhaus, vorrangig in die Kliniken nach Manacor oder Palma. Und dann heißt es möglicherweise, mehrere Tage auf das Ergebnis aus dem Labor zu warten.

„Aus deutscher Sicht ist das ein Unding“, erklärt Anja Lange-Huber und sorgte mit einem deutschen Labor dafür, dass dieses inzwischen 16 deutsche Arztpraxen auf Mallorca mit dem entsprechenden Equipment zum Blutabnehmen ausstattete. Jeden Morgen sammelt ein Laborbote die Blutproben auf der Insel ein, packt sie in ein spezielles Transportgepäck und bringt sie zum Flughafen. Täglich gehen von dort Flüge nach Hannover, und einmal am Tag dann auch mit den Blutproben.

Die werden auf dem schnellsten Weg, wie es aus Arztpraxen in Deutschland auch üblich ist, in ein Labor gebracht und analysiert. Und dann greift ein gesichertes Datenfernübertragungssystem ins Geschehen ein und übermittelt die auf Mallorca dringend benötigten Laborergebnisse an die entsprechenden Ärzte und ihre Patienten weiter.

Die Laborwerte werden dann automatisch dem Patienten zugeordnet und stehen im Krankenblatt des Arztinformationssystems den jeweiligen Medizinern zur Verfügung. Dies zeigt einmal mehr, wie wichtig das Zusammenspiel zwischen einer zentralen Dokumentationsplattform und den verschiedenen komplexen Anbindungen in einer Arztpraxis auch im Ausland ist. Schon am Folgetag kann der Patient auf der Insel weiter behandelt werden. „Die Laboruntersuchung in der mallorcinischen Klinik ist teurer als der Transport nach Deutschland“, erklärt Anja Lange-Huber, denn „das Flugzeug fliegt ja sowieso, das Blut wird eben mitgenommen.“ Inzwischen haben sich sogar die zwei größten Facharztzentren aus Palma und ein bedeutender Fuß- und Sprunggelenkchirurg aus Marbella von der Costa del Sol diesem System angeschlossen.