„Erlass aus der Kaiserzeit“ Wenn an einer Meller Bushaltestelle staubgesaugt wird

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Beim Fototermin für den Aprilscherz einige Tage vor Ostern hat mancher Riemsloher wohl zweimal geschaut. Foto: RuwacBeim Fototermin für den Aprilscherz einige Tage vor Ostern hat mancher Riemsloher wohl zweimal geschaut. Foto: Ruwac

hen Riemsloh. Eine Bushaltestelle, die gesaugt wird? So manch ein Riemsloher, der kurz vor Ostern durch den Ort spazierte, wird sich die Augen gerieben haben. Es sei denn, er hatte auf dem Schirm, dass der 1. April bevorstand.

Zu diesem Datum hatte das ortsansässige Unternehmen Ruwac nach den umgestalteten Ortsschildern im vergangenen Jahr erneut einen Aprilscherz vorbereitet. Der Stadtrat habe die Initiative „Unser Ort soll sauber bleiben“ beschlossen und in diesem Zuge für alle Bürger die Kehrwoche wieder eingeführt, aprilscherzt der Hersteller von Industriesaugern auf seiner Facebook-Seite.

Geschäftsführer Thomas Runge, der in Tübingen wohnt, sei verwundert gewesen, dass die alte schwäbische Sitte der Kehrwoche in weiten Teilen Niedersachsens gar nicht mehr bekannt sei. Der entsprechende Erlass aus der Kaiserzeit sei aber „de facto“ immer noch gültig . Runge: „Mein Bruder Axel saugt einmal wöchentlich den Gehsteig vor seinem Haus.“

„Wir saugen alles“

Das kam online gut an, 42 Likes und zehn Teilungen künden davon. Ein User kommentiert: „So ein Mist! Ich bin extra vom Süden in den Norden emigriert – und jetzt holt mich die Kehrwoche hier ein.“

Ruwacs aktueller Werbeclaim lautet übrigens „Wir saugen alles. Wirklich alles.“ Auf dem Bild dazu ist eine Wüstenlandschaft zu sehen. Was ist dagegen schon eine Bushalte in Riemsloh?


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