Kein Verlass auf Flutlicht Schon Spielabbrüche in Melle wegen Finsternis

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Melle. Von Wackellicht über helle und dunkle Zonen bis zu kompletter Finsternis reichen die Probleme mit Flutlichtanlagen auf mehreren Sportplätzen in der Flächenstadt Melle. Der dringendste Sanierungsbedarf besteht in Wellingholzhausen, auf dem Meller Melos-Platz und in Buer.

Neben Schulen, Kindergärten, Turnhallen und Feuerwehrhäusern kommen im Haushaltsjahr 2019 also weitere beträchtliche Investitionen auf die Stadt zu. Die drei Maßnahmen im Gesamtwert von 300000 Euro werden vom Landessportbund (LSB) vermutlich anteilig mit knapp 30 Prozent gefördert.

„Bei uns musste nach einem plötzlichen Lichtausfall schon ein Meisterschaftsspiel abgebrochen werden“, berichtet Didi Grünkemeier von üblen Erfahrungen auf dem Platz, der früher als „Pappelstadion“ bezeichnet wurde. „Ich musste in dieser Saison bereits 15 Spielverlegungen beantragen, weil Spiele in der Dämmerung oder Dunkelheit nicht mehr stattfinden können“, weist der Ehrenamtsbeauftragte des Wellingholzhausener Turn-Vereins (WTV) darauf hin, dass in Wellingholzhausen die mit Abstand schlechtesten Lichtwerte gemessen wurden.

Die mittlere Beleuchtungsstärke wird mit 52 Lux angegeben, als gerade noch vertretbares Minimum gelten 75 Lux. Derzeit brennen nur noch sechs von acht Lampen für die drei Herren- und zwölf Jugendmannschaften.

Wegen der offensichtlich miserablen Lichtverhältnisse hat der Bildungs- und Sportausschuss einstimmig einer Instandsetzung durch die Stadt zugestimmt. In der neu erstellten Prioritätenliste mit einheitlichen Kriterien steht das „Pappelstadion“ auf dem ersten Platz. Bevor die neuen Leuchtmittel installiert werden, soll es noch eine Prüfung der Erdkabel und der angerosteten Masten von 1977 geben. Die Verwaltung geht vorläufig von einem Kostenvolumen von 40000 Euro aus. Der Austausch der alten Strahler gegen anwohnerfreundliche Planflächenstrahler soll 15000 Euro kosten, an denen sich der WTV mit 3500 Euro beteiligen will.

Zwölf statt acht Strahler

Von „plötzlichen Lichtausfällen auf dem Melos-Kunstrasenplatz in Melle“ spricht auch Stefan Siepelmeyer. Die „schlechte Lichtausbeute“ solle durch „neue Lichtkörper mit größerer Leuchtkraft“ verbessert werden, so der Vorsitzende des SC Melle 03. Statt bisher acht sollen künftig zwölf Strahler den durchgehend benutzten Winterplatz erhellen.

Von den für das Haushaltsjahr 2019 vorgesehenen Kosten von 15000 Euro für die Strahler übernimmt der SCM 3000 Euro. „Außerdem erklärt sich der SCM bereit, die Vorab-Finanzierung zu übernehmen, damit die Sanierung und Erneuerung bereits im Frühjahr 2018 erfolgen kann“, kündigt Siepelmeyer an. Die zu erwartenden Gesamtkosten einschließlich der Sicherstellung der Betriebssicherheit liegen bei 50000 Euro.

In Buer geht es um den Bau einer ganz neuen Flutlichtanlage auf dem Hauptplatz am Stuckenberg-Sportgelände. Bislang gibt es nur eine Flutlichtanlage auf dem benachbarten Trainingsplatz. „Auf diesen Platz müssen wir bei Dunkelheit oder Dämmerung auch mit vielen Meisterschafts- Nachhol- und Jugendspielen ausweichen“, erklärt Mirco Bredenförder. Dort sei allerdings eine äußerst ungleichmäßige Verteilung des Lichts in helle und dunkle Zonen zu bemängeln. Außerdem sei die Stromversorgung sehr anfällig und müsse ohnehin komplett erneuert werden.

Helle und dunkle Zonen

Deshalb favorisiert Bredenförder den Neubau einer Flutlichtanlage am Hauptplatz. Dort gibt es sogar schon Fundamente für Masten, die vor 40 Jahren vorausschauend beim Bau des Sportplatzes eingebaut wurden. Allerdings reichen diese nicht mehr für heutige Anforderungen aus. Die zu erwartenden Kosten beziffert Bredenförder mit 213000 Euro, von denen der LSB 64000 Euro übernimmt. Der Spiel- und Sportverein Buer will Eigenleistungen in Höhe von 43000 Euro einbringen und die Instandsetzung der Anlage am Trainingsplatz zurückstellen. „Wir fangen bereits dieses Jahr mit dem Bau an, um die zugesagte LSB-Förderung nicht verfallen zu lassen“, kündigt Bredenförder an.


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