Stimmung im Ort „gemischt“ Feuerwehr Melle-Oldendorf: Anbau wird ein Jahr dauern

Von Michael Hengehold

Der Anbau an das Feuerwehrhaus soll ab Mai gebaut werden. Foto: Michael HengeholdDer Anbau an das Feuerwehrhaus soll ab Mai gebaut werden. Foto: Michael Hengehold

Oldendorf. Die Stadt will mit der Erweiterung des Feuerwehrhauses in Oldendorf im Mai beginnen. Der Anbau soll bis spätestens Sommer 2019 stehen. Dass womöglich das neue Fahrzeug bis dahin woanders abgestellt werden muss, „war aber allen Beteiligten bewusst“, verteidigt die Verwaltung die Planung.

Der Verwaltungsausschuss der Stadt hat die Aufträge zur Errichtung des Erweiterungsbaus vergeben. Außerdem beschlossen die Kommunalpolitiker, die Bauüberwachung an ein Architekten- und Ingenieurbüro aus Rödinghausen zu vergeben. Diese Entscheidung ist offenbar der Überlastung des städtischen Gebäudemanagements geschuldet.

Kostensteigerung auf 820.000 Euro

Sie führt allerdings zu einer Kostensteigerung auf 820.000 Euro. Ursprünglich waren 735.000 Euro vorgesehen. „Die Abweichungen sind auf die zusätzlichen Kosten der extern beauftragten Architekten- und Ingenieurleistungen und auf allgemeine Kostensteigerungen am Bau zurückzuführen“, sagte Mediensprecher Jürgen Krämer auf Anfrage unserer Redaktion.

Übergangslösung ist eher eine Notlösung

Der Stadtsprecher verweist nach verärgerten Reaktionen der Feuerwehrleute im Übrigen darauf, dass „die Anschaffung des Staffellöschfahrzeugs mit dem Hinweis und im Bewusstsein erfolgte, dass die Lieferung vor Fertigstellung der neuen Halle erfolgen könnte“. Um das Fahrzeug dennoch unterstellen zu können, habe die Ortsfeuerwehr sich im Vorfeld bereit erklärt, selbst für eine Übergangslösung zu sorgen.

Die gibt es ja nun, ist aber eher eine Notlösung. Krämer: „Das Tor des besagten Gebäudes erwies sich ebenfalls als nicht hoch genug, sodass das Fahrzeug dort nur ohne Aufbauten untergestellt werden kann.“ Weil aber die Leiter nicht drauf ist, darf der neue Lkw noch nicht zum Einsatz kommen.

Das Fahrzeug wurde noch schnell angeschafft, weil neue Modelle größer werden, „und dann braucht man einen extra Führerschein“, erklärt Stadtbrandmeister Rainer Schlendermann.

Für die Zukunft vorgesorgt

Nun kommt einstweilen noch das alte Fahrzeug (2,75 Meter hoch) zum Einsatz, die Durchfahrhöhe derzeit beträgt 2,90 Meter. Das neue Fahrzeug ist 3,45 Meter hoch, die nachfolgende Generation weist sogar 3,75 Meter auf. Dafür ist allerdings vorgesorgt, „die Durchfahrhöhe der neuen Tore im Anbau beläuft sich auf 4,58 Meter“, erläutert Krämer.

In dem Anbau von 257 Quadratmetern werden die Fahrzeughalle, je ein Umkleidebereich für männliche und weibliche Mitglieder, die Stiefelwäsche sowie ein Flur untergebracht.

Dass der Bau allerdings voraussichtlich über ein Jahr dauern wird, lässt auch den Stadtsprecher staunen: „Ja, inklusive aller Trocknungszeiten ist das so“, habe eine nochmalige Nachfrage im Hause ergeben.

Dann immerhin wäre das Thema vom Tisch.

„Egal, wo man hingeht, man wird überall darauf angesprochen“

Ortsbürgermeisterin Karin Kattner-Tschorn kann es sowieso nicht mehr hören: „Egal, wo man hingeht, man wird überall darauf angesprochen“. Es habe sicherlich Abstimmungs- und Kommunikationsprobleme zwischen dem alten Ortsrat, der Stadt und der Feuerwehr gegeben, doch darauf habe der derzeitige Ortsrat nun mal keinen Einfluss mehr. „Die Stimmung im Ort ist gemischt“, hat die Ortsbürgermeisterin festgestellt, „und seit den Berichten im Fernsehen ist sie noch gemischter“.