Weltenbummler Aulbert ist zurück Ex-Landesligaspieler kickt beim SC Melle II

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Nach sechs Jahren auf Weltreise ist Markus Aulbert zurück in Melle. Nach Abschluss seines Wirtschaftsstudiums in Hannover brach der damalige Fußball-Landesligaspieler des SC Melle 2011 auf in die weite Welt. Seit seiner Rückkehr Ende 2017 kickt der inzwischen 31-Jährige in der Kreisliga.

Melle. „Ich habe fast sieben Jahre lang kein Fußball gespielt. Im Ausland habe ich gar keinen Sport betrieben. Der Fußball reizt mich nach wie vor, aber ich habe erst einmal keine großen Ambitionen. Ich möchte in erster Linie wieder fit werden“, umschreibt Aulbert seine momentane Motivation.

Im zweiten Team des SC Melle trifft er auf einige alte Bekannte. Mit Mitspieler Christian Mäscher hat der Mittelfeldspieler bereits genauso im damaligen Landesligateam zusammengespielt wie mit dem aktuellen Trainer Carsten Harquet (ehemals Klamer). Beide sind eng mit Aulbert befreundet. Mit Mäscher brach er 2011 zur Weltreise auf.

Die erste gemeinsame Station war Thailand. Nach einem Monat flog das Duo nach Australien und reiste umher. Während Christian Mäscher sich nach zweieinhalb gemeinsamen Monaten auf dem Kontinent verabschiedete, blieb Aulbert – zunächst für ein Jahr. Um sich das Leben „Down Under“ zu finanzieren, nahm er Jobs als Farmarbeiter an. Da seine Eltern in der Heimat einen kleinen landwirtschaftlichen Hof betreiben, war dem Grönegauer das Treckerfahren vertraut. Nach einer Zwischenphase in Asien kehrte er für ein weiteres Jahr nach Australien zurück.

Im Sommer 2014 traf er sich mit Mäscher anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien. Zwar konnten die Freunde keine Stadion-Tickets ergattern, aber sie feierten in Kneipen und auf den Straßen mit Fans aus aller Welt. „Ich wollte bei diesem Ereignis einfach dabei sein. Die Stimmung war einzigartig.“ Den 7:1-Sieg der Deutschen im Halbfinale über Brasilien, der in diesen Tagen rund um das Testspiel für die diesjährige WM, das erste neuerliche Aufeinandertreffen der beiden Fußball-Giganten, wieder in aller Munde ist, hat er in einer Bar verfolgt. „Beim ersten Tor für unser Team bin ich aufgesprungen, doch um mich herum war alles ruhig. Das war ein unglaubliches Spiel. Und die Leute waren trotzdem nett, am Ende haben die Brasilianer mit den Deutschen gefeiert“, schwelgt Aulbert in Erinnerungen.

Von Brasilien ging es weiter nach Argentinien, wo der Globetrotter in Buenos Aires im Call Center einer niederländischen Firma mit deutsch- und englischsprachigen Kunden arbeitete. „Ich bin auf Weltreise gegangen, um etwas anderes zu sehen und kennenzulernen. Unterwegs habe ich dann die geduldige und sachliche deutsche Art schätzen gelernt“, formuliert der 31-Jährige nach zig Call-Center-Anrufen eine Erkenntnis seiner langjährigen Tour. In Buenos Aires lernte er auch seine heutige argentinische Freundin Natalia kennen, mit der er zwischenzeitlich nach Deutschland und quer durch Europa reiste, um 2016 noch einmal nach Südamerika zurückzukehren.

Doch bald war klar: Dort möchte er nicht länger bleiben. Ende 2017 kehrte das Paar in Aulberts Heimat zurück. Melle sei immer noch sein Fixpunkt, wegen der Familie und der Freunde. Das Leben hier biete einfach mehr Sicherheit. Doch wie es mittelfristig weitergeht, ist offen. Der Vielgereiste arbeitet seit einiger Zeit freiberuflich im Kundendienst einer französischen Firma für eine Foto-App. Für den Job ist er ortsungebunden. Wenn Ende 2018 das deutsche Aufenthaltsvisum für seine Freundin abläuft, werde man versuchen, für sie innerhalb Europas Arbeit zu finden. „Ich kann mir ebenso vorstellen, in Melle zu bleiben. Ich möchte irgendwann auch meine berufliche Heimat finden, aber vielleicht nicht als Wirtschaftsingenieur.“

Wie auch immer es nach Australien, Asien und Südamerika weitergeht: „Ich bereue nichts“, betont der Meller.

Noch mal höherklassig?

Seit der Wintervorbereitung Anfang Januar ist er richtig bei der Landesligareserve des SC Melle eingestiegen. Auch wenn der Mittelfeldspieler noch nicht wieder seinen vorherigen Fitnesszustand erreicht hat, das Spielverständnis ist geblieben. Er lässt eben den Ball laufen. Auch fußballerisch ist die Zukunft offen. „Ob ich noch einmal höherklassig spielen will, weiß ich nicht.“ Die langen Auswärtsfahrten etwa in der Landesliga schrecken den Weitgereisten ab.


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