Ehefrau schreibt dem Gericht Auto eingezogen – Meller zieht Berufung zurück

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Vor dem Landgericht Osnabrück musste sich in dieser Woche ein 56-jähriger Mann aus Melle verantworten. Symbolfoto: Michael GründelVor dem Landgericht Osnabrück musste sich in dieser Woche ein 56-jähriger Mann aus Melle verantworten. Symbolfoto: Michael Gründel

Osnabrück/Melle. Im Dezember vergangenen Jahres war ein Meller vom Amtsgericht Osnabrück zu einer Geldstrafe von insgesamt 2700 Euro verurteilt worden, weil er ohne gültige Fahrerlaubnis unterwegs war. Der 56-Jährige ging in Berufung, zog diese aber am Dienstag vor dem Landgericht Osnabrück zurück.

Im September war er von der Polizei erwischt worden, als er ohne eine in Deutschland gültige Fahrerlaubnis in seinem Opel in Melle unterwegs war. Das Resultat: Eine saftige Geldstrafe, außerdem wurde sein Auto eingezogen.

Der Angeklagte sei, wie die Staatsanwaltschaft betonte, in den vergangenen Jahren mehrfach ohne gültige Fahrerlaubnis unterwegs gewesen und dabei der Polizei ins Netz gegangen. Anscheinend ging er davon aus, dass sein polnischer Führerschein in Deutschland gültig ist.

„Dafür brauchen Sie aber eine Anerkennung, die Sie beim Landkreis einholen müssen“, klärte der Richter auf. Eine entsprechende Anerkennung des polnischen Führerscheins war dem Angeklagten im vergangenen Jahr allerdings nicht gewährt worden, der Landkreis lehnte dies ab.

Alkohol im Spiel

Dass es an den einzelnen Verurteilungen lag, die dem Meller seit 2008 wiederholtes Fahren ohne Fahrerlaubnis oder Fahren unter Alkoholeinfluss bescheinigten, scheint wahrscheinlich.

„Was Sie sich heute von der Berufung versprechen, das wüsste ich gerne“, wollte der Richter vom Angeklagten wissen. Und er las einen Brief vor, in dem die Frau des Mellers das Gericht um Ratenzahlung der Geldstrafe bittet, die das Amtsgericht in erster Instanz gegen ihren Mann im Dezember verhängte – von dem der Angeklagte aber anscheinend nichts wusste. „Den Brief kenne ich nicht“, murmelte der Angeklagte, bestätigte dann aber, dass er wohl von seiner Frau kommen müsse. Nach kurzer Bedenkzeit zog der 56-Jährige seine Berufung zurück, das Urteil aus erster Instanz wird damit rechtskräftig. „Ihr Auto werden Sie nicht zurückbekommen, es wird wahrscheinlich verschrottet“, informierte der Richter. Zudem muss der Meller die Kosten für die zurückgezogene Berufung übernehmen, sein polnischer Führerschein wurde eingezogen.


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