Bürgerinitiative fordert Erdkabel Das AGS-Verfahren: Innovativ und umweltschonend

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Setzen sich vehement für eine Vollerdverkabelung nach der AGS-Verfahrenstechnik ein: Geschäftsführer Rolf Hamann (links) und Frank Vornholt, Sprecher der Bürgerinitiative „Keine 380-kV-Leitung am Teuto“. Foto: Simone GraweSetzen sich vehement für eine Vollerdverkabelung nach der AGS-Verfahrenstechnik ein: Geschäftsführer Rolf Hamann (links) und Frank Vornholt, Sprecher der Bürgerinitiative „Keine 380-kV-Leitung am Teuto“. Foto: Simone Grawe

Melle. „Schmal, lang, schnell“: Kurz und knapp beschreibt Rolf Hamann, Geschäftsführer der AGS-Verfahrenstechnik, die Vorteile der neuen Verlegetechnik. Sie soll nach dem Willen der Bürgerinitiativen und der politisch Verantwortlichen im Osnabrücker Land auch auf der als Pilotstrecke ausgewiesenen Trasse 16 von Wehrendorf nach Gütersloh Anwendung finden.

Warum Freileitungen? Sie sind nach Aussage von Rolf Hamann veraltet. Im Gegensatz dazu verbrauchen Erdkabel weniger Fläche, sie belasten nicht die unberührte Natur, sie lassen sich mit vorhandener Infrastruktur bündeln und haben nur wenig Einfluss auf die Bodenkultur, erläutert Rolf Hamann in einem Gespräch mit unserer Redaktion.

AGS ist eine Kabelverlegetechnik für Übertragungsnetze mit der Option der aktiven Kühlung, heißt es in einer Broschüre des Unternehmens. Hauptkomponente ist das sogenannte „auftriebsgestützte Slipping“, bei dem ein Kabeltransportrohr mit innen liegenden Kabel über Rollen in ein wassergefülltes Leerrohrsystem eingeführt wird.

Für den Kabeltransportrohrstrang gilt annähernd die Bedingung: Auftrieb minus Gewicht gleich Null. Dadurch wird ermöglicht, dass die Verlegung des Kabels zuglastungsfrei erfolgen kann und lange Teilstücke verlegt werden können. Für die Trassenplanung ergäben sich dadurch größere Freiheitsgrade, es können engere Kurvenverläufe realisiert werden.

Bei aktiver Kühlung können aufgrund spezifischer Kabelanordnungen sehr schmale Trassen realisiert werden: „Die Trasse ist gerade mal 1,70 Meter breit“, betont Rolf Hamann.

Damit bestünden wesentliche Vorteile mit Blick auf die Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit, Betriebssicherheit, Kompensation elektromagnetischer Felder sowie Nutzung hochbelasteter Infrastruktur: So können die Kabel zum Beispiel unter den Standstreifen der A33 verlaufen: „Bürger wären nicht betroffen“, sagt Rolf Hamann.

Aus Sicht der BI’s und des Geschäftsführers bietet die Strecke von Wehrendorf nach Gütersloh optimale Rahmenbedingungen, um die von AGS entwickelte Verlegetechnik im Rahmen einer Teststrecke zu erproben. Die mit dem Bau einer Freileitung verbundenen Probleme für Landwirtschaft und Anwohner könnten ausgeräumt werden. Darüber hinaus würde durch den Probebetrieb die Voraussetzung geschaffen, um den vom Gesetzgeber geforderten Stand der Technik überhaupt zu erreichen.

Die AGS-Technik wurde bereits mit zahlreichen Preisen, unter anderem mit dem renommierten europäischen Energy Award, ausgezeichnet und verfügt über das deutsche und europäische Patent. Weitere Auszeichnungen sind unter anderem der Innovationspreis für Klima und Umwelt sowie der deutsch-niederländische Wirtschaftspreis und der Preis „Deutschland, Land der Ideen, Ausgezeichneter Ort 2017“ unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.


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