BI’s laden Peter Altmaier ein Kampf um das Erdkabel in Melle geht weiter

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Moderne Verlegetechnik: Im Raum Stade wird das Erdkabel bereits auf einer Pilotstrecke verlegt. Das soll auch im Osnabrücker Land auf der gesamten Trasse 16 Anwendung finden, fordern die Bürgerinitiativen. Foto: AGS VerfahrenstechnikModerne Verlegetechnik: Im Raum Stade wird das Erdkabel bereits auf einer Pilotstrecke verlegt. Das soll auch im Osnabrücker Land auf der gesamten Trasse 16 Anwendung finden, fordern die Bürgerinitiativen. Foto: AGS Verfahrenstechnik

Melle. Die Bürgerinitiative „Keine 380-kV-Leitung am Teuto“ bekräftigt beim Neubau der Höchstspannungsleitung ihre Forderung nach einer Vollerdverkabelung und setzt dabei auf die Willensbildung der Politik.

Nach der Ankündigung von Netzbetreiber Amprion, auf der Trasse 16 von Wehrendorf nach Gütersloh lediglich in Osnabrück Erdkabel verlegen zu wollen, gehen die Bürgerinitiativen entlang der Trasse nun in die Offensive, um eine Erdverkabelung auf der gesamten Trasse zu erreichen.

„Den Hebel setzen wir ganz oben an“, erklärte Initiativensprecher Frank Vornholt in einem Gespräch mit unserer Redaktion. Er verweist auf eine Einladung an Peter Altmaier zu einem Besuch im Osnabrücker Land: „Mit großem Interesse haben wir Ihr Versprechen wahrgenommen, innerhalb des nächsten halben Jahres jede problematische Höchstspannungsfreileitung kennengelernt und besucht zu haben“, heißt es in dem von Frank Vornholt und Christian Bräke unterzeichneten Brief an den Bundesminister für Wirtschaft und Energie.

Konfliktbehaftet

Die von Altmaier geäußerte Ankündigung möchte die Initiative gern nutzen, um dem Minister das überaus konfliktbehaftete Vorhaben persönlich vorzustellen. Für den gemeinsamen Austausch lädt die Initiative zum nächstmöglichen Termin ein und schlägt als Treffpunkt den Rittersaal des Wasserschlosses Schelenburg in Bissendorf vor.

Neben den Vertretern der Initiative sollen daran auch Vertreter des Landkreises Osnabrück, der Stadt Osnabrück sowie die vom Leitungsbau betroffenen Kommunen teilnehmen. Eingeladen sind ferner die regionalen Mitglieder des Bundestages sowie des Landtages. Das Schreiben ist am vergangenen Wochenende versandt worden; eine Antwort steht noch aus.

Der Gesetzgeber in Berlin hat die gesamte Strecke von Wehrendorf nach Gütersloh als Pilotstrecke für Erdkabel gesetzlich ausgewiesen. Hintergrund ist das hohe Konfliktpotenzial zur Wohnbebauung: „Dieser Wille des Gesetzgebers wird durch die Haltung von Amprion bewusst außer Acht gelassen“, beklagt Frank Vornholt.

Bestätigt in ihrer Forderung nach einer Vollerdverkabelung fühlen sich die Initiativen auch durch die Koalitionsvereinbarung zwischen SPD und CDU auf Landesebene, wo ausdrücklich darauf hingewiesen wird, dass sich die Regierungsparteien dafür einsetzen, „dass der Flächenverbrauch durch moderne Verlegetechnik stark reduziert wird“.

„Nicht nachvollziehbar“

„Es ist nicht nachvollziehbar, dass Amprion beim Bau der Freileitungen auf eine veraltete Technik setzt, obwohl es bereits heute eine zukunftsfähige Technik gibt“, moniert Frank Vornholt im Hinblick auf die AGS-Verfahrenstechnik.

Deren Geschäftsführer Rolf Hamann informierte bei einem Besuch in Melle über die neue Verfahrenstechnik: „Die innovative Technik ist da, jetzt muss sie nur noch umgesetzt werden“, fordert Frank Vornholt mit Blick auf schmale Trassen, wenig Flächenverbrauch, eine sicherere Technik und Zeitersparnis.

Es sei nun an der Politik, entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen, um die Erdkabeltechnik auf der gesamten Pilotstrecke einzusetzen: „Wir wollen zum Schutz der Bürger eine verträgliche Lösung“, unterstreicht Frank Vornholt.

Schutz der Bürger

Es werde die entscheidende Frage sein, wessen Wille sich hier durchsetzt. „Der eines auf rein wirtschaftliche Interessen ausgerichteten Vorhabenträgers oder der dem Schutz des Bürgers verpflichtende Gesetzgeber? Diese Frage können nur die politischen Vertreter in Bund und Land beantworten.“

Der Initiativensprecher wünscht sich, dass die betroffenen Städte und Gemeinden des Landkreises und auchdie Genehmigungsbehörden und die Politik in Land und Bund den Planungen von Amprion eine Absage erteilen mögen. Über die neue AGS-Verfahrenstechnik berichten wir ausführlich in einem gesonderten Beitrag.


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