Grundstückseigentümer kündigt „Das Naava in Melle ist Geschichte“

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Den Betreibern des „Naava“ wurde die Immobilie in Melle gekündigt. Foto: David HausfeldDen Betreibern des „Naava“ wurde die Immobilie in Melle gekündigt. Foto: David Hausfeld

Melle. „Das Naava ist Geschichte“: Mit diesen Worten teilte am Dienstag Rainer Mallon als Leiter des Bauamtes Melle mit, dass der Grundstückseigentümer den Betreibern der Großraumdiskothek gekündigt habe.

Eigentümer der Fläche und der Gebäude ist die Walkenhorst Grundstücksverwaltungs GmbH & Co KG mit Sitz in Melle. Deren Geschäftsführer Henry Walkenhorst bestätigte die Kündigung. Die Betreiber kämen in die Insolvenz und hätten ihre Pacht nicht mehr bezahlt. „Ich habe die Fristen eingehalten und dann ganz normal gekündigt“, sagte Walkenhorst.

Schließung erfolgt

Ausschlaggebend für die finanzielle Schieflage der Betreiber war seiner Meinung nach die Berichterstattung über den Club, der in das Visier von Steuerfahndung, Polizei und Behörden geraten war. Mängel unter anderem an den Sicherheitseinrichtungen im Gebäude hatten dann am 9. März zu einer Schließung des Clubs durch die Bauverwaltung der Stadt Melle geführt.

Wie es mit der Immobilie weitergeht, vermochte Walkenhorst noch nicht zu sagen. „Ich habe bisher keine Pläne.“

„Jetzt wird es ruhiger“

Rainer Mallon hatte von dem Schritt des Grundstückseigentümers am Dienstagvormittag während einer gemeinsamen Begehung der Liegenschaft erfahren. „Das Kündigungsschreiben liegt der Stadt ebenfalls vor“, sagte Mallon.

Oliver Maßmann vom Polizeikommissariat Melle sprach auf Anfrage von einer „Entscheidung unter Vertragspartnern“. Grundsätzlich fahre die Polizei dahin, wo sie Straftaten verhindern oder Hilfe leisten könne. Das „Aus“ des Naava bedeute für die Polizei jetzt sicherlich weniger Arbeitsbelastung. Wegen der zahlreichen Einsätze in der Vergangenheit von Massenschlägereien bis Landfriedensbruch und der daraus resultierenden Medienresonanz habe das Image Melles gelitten. „Auch da wird es jetzt ruhiger“, so Maßmann.

Polizei hofft

Er geht davon aus, dass es nach einer Phase der Ruhe dort wieder Diskothekenbetrieb geben wird. „Wir hoffen aber, dass dann ein vernünftiger Betreiber zum Zuge kommt, mit dem wir Präventionsmaßnahmen abstimmen können und im Dialog sind“, betonte er. Und: Diskotheken an sich seien ja nichts Schlimmes, nur beim Naava habe sich das anders dargestellt.

Auf der Homepage des Naava stand vor Kurzem noch, der Club sei vorübergehend geschlossen. Auch die Aussage des Eventmanagers vom 9. März, es müssten nur ein „paar Sicherheitssachen“ in Ordnung gebracht werden, nährte die Aussicht auf einen Weiterbetrieb. Gestern stand auf der Homepage „Naava for Rent, Veranstalter gesucht“. Auch dieser Aufruf dürfte mit der erfolgten Kündigung überholt sein.

Stadtsprecher Jürgen Krämer hofft, dass Walkenhorst einen Pächter findet, „der die Einrichtung mit einem zukunftsträchtigen Konzept erfolgreich durch die kommenden Jahre führt“. Die frühere „Mediahall“ biete Potenzial, und das solle genutzt werden – und zwar von netten Menschen, die einfach nur ausgelassen Party machen möchten.


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