Preisträger „Mensch Melle 2013“ KfW-Chef Ulrich Schröder aus Melle ist gestorben

Meine Nachrichten

Um das Thema Melle Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Ulrich Schröder war auch in Melle beliebt. Archivfoto: dpaUlrich Schröder war auch in Melle beliebt. Archivfoto: dpa

fr/mdv/dpa Melle/Frankfurt. Der langjährige Chef der staatlichen Förderbank KfW, Ulrich Schröder, ist tot. Schröder starb am Sonntag knapp eine Woche nach seinem 66. Geburtstag. Schröder stammte aus Melle und hielt regelmäßigen Kontakt zu seinen früheren Freunden im Grönegau. Außerdem wohnt Verwandtschaft von ihm in Gesmold. Schröder hinterlässt seine Frau und drei Kinder.

Sein beruflicher Erfolg bis hin zum Vorstandsvorsitzenden der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) sei auch auf das frühere Engagement in Melle zurückzuführen. Das hatte Ulrich Schröder deutlich gemacht, als er im Jahr 2013 von den Semper-Mitgliedern zum „Mensch Melle 2013“ gekürt worden war.

„Ihr Werteverständnis gründet auf dem starken katholischen Glauben. Prägend war natürlich die Kindheit und Jugend in Melle“, hatte seinerzeit Laudator und Bundesbank-Vorstandsmitglied Carl-Ludwig Thiele vor der Festversammlung hervorgehoben. Thiele zählte zum Beispiel Schröders ehrenamtliche Tätigkeit in der Kirchengemeinde, bei den Pfadfindern oder als Bundesvorsitzender des Rings Christlich-Demokratischer Studenten auf.

„Immer ein Vorbild“

Diesen Aspekt hob am Montag auch Michael Sutmöller hervor. Den Buchhändler aus Melle verband eine jahrzehntelange Freundschaft mit dem Verstorbenen. „Schröder war schon zu Pfadfinderzeiten immer ein Vorbild.“ Die Verbindungen zu dem Top-Banker seien nie abgerissen. Zuletzt 2016 habe es ein Treffen mit Schröder und Meller Freunden in Bad Essen gegeben. Da sei ihm die Krebskrankheit allerdings schon anzumerken gewesen.

„Je älter ich werde, desto mehr merke ich, wie stark mich Melle geprägt hat“, hatte der Semper-Preisträger 2013 gesagt. Melle stehe für ihn natürlich auch für die starke katholisch-christliche Verwurzelung. Was ihn aber stärker geprägt habe, sei die katholische Soziallehre und deren Menschenbild: Wenn er heute Menschen Anerkennung gebe, bekomme er viel mehr von ihnen zurück. Schröder hob hervor, wie wichtig das ehrenamtliche Engagement vor allem in jungen Jahren sei – nicht nur für die Gesellschaft, sondern insbesondere auch für ihn selbst: „Das, was man dort als Organisationstalent entwickeln kann, kann man auch in sein Berufsleben weiter tragen.“

Schröder hatte im Dezember 2015 eine Krebserkrankung öffentlich gemacht, arbeitete während seiner Behandlung aber weiter. Ende 2017 Jahres legte er sein Amt aus gesundheitlichen Gründen nieder, obwohl er noch einen Vertrag bis zum 31. Dezember 2020 hatte.

Brief an Mitarbeiter

In einem Brief an die Mitarbeiter schrieb er zu seinem Rücktritt, er sehe die KfW trotz großer Erfolge bei ihrer Modernisierung weiterhin vor erheblichen Herausforderungen. „Mein aktueller Gesundheitszustand erlaubt es mir aber nicht, das Amt verantwortungsvoll und meinen hohen Ansprüchen gemäß weiterzuführen.“

Der promovierte Jurist und Betriebswirt hatte die Führung der KfW im September 2008 mitten in der Finanzkrise übernommen. Unter Schröders Führung erwirtschaftete das Institut Milliardengewinne. Bevor er auf den Spitzenposten berufen wurde, war Schröder Vorstandsmitglied bei Landesbanken tätig.

„Immer Mensch geblieben“

Melles Sparkassen-Chef Frank Finkmann erinnert daran, dass Schröders Vater, Konrad Schröder, 1986 als Vorstandsvorsitzender der Sparkasse in Rente gegangen ist. „Als Meller bin ich stolz auf jemanden wie Ulrich Schröder, der eine solche Karriere gemacht hat und dabei immer Mensch geblieben ist“, sagte Finkmann.

Auch Jürgen Krämer erinnert sich gerne an Schröder zurück. Der sei bereits in New Melle/USA zu Gast, als die Städtepartnerschaft offiziell noch gar nicht existierte. Außerdem habe er als Autor an dem Buch „Melle(r) in der Neuen Welt“ mitgewirkt.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN